22.02.-25.02.2026 – Istanbul, Hallo Europa
Früh am Morgen steigen wir aus dem Flugzeug. Wir betreten europäischen Boden. Einer der grössten Flughafen weltweit erwartet uns. Dieser ist fast menschenleer, der erste Kontrast zu Chengdu. Der Tag ist kalt und regnerisch. Der türkische Kaffee und die leckeren Croissants helfen, die etwas gedrückte Stimmung zu vertreiben. Mit dem Bus geht es ins Stadtzentrum. Nachdem wir unser Gepäck im Hotel abgeladen haben, machen wir es uns in einer Shisha- Bar gemütlich und planen die Heimreise. Mit dem Bus wollen wir nach Griechenland und von da die letzte Überfahrt mit der Fähre nach Italien antreten. In Italien planen wir einen Roadtrip mit einem Mietauto, da wir die Städte etwas leid sind und lieber die abgeschiedenen Agriturismo auf dem Land besuchen möchten. Auch der Zug von Milano nach Zürich wird bereits reserviert. So können wir unseren Familien endlich ein endgültiges Ankunftsdatum bekannt geben. Endgültig müssen wir zuerst noch verdauen. Um die Verdauung anzukurbeln, gönnen wir uns einen türkischen Kebap. Wie wir doch das gute Essen vermisst hatten. In Istanbul wimmelt es von Moscheen. Diese sind den christlichen und buddhistischen Touristen gegenüber sehr offen.
Wir besuchen die Sultan-Ahmed Moschee, auch bekannt als die blaue Mosche, eine der grössten Moscheen in Istanbul und schätzen den Austausch mit einer Muslim, welche uns ihre Offenheit und Freundlichkeit entgegenbringt. Was für ein schönes Erlebnis, wenn man bedankt, wie oft des Glaubenswillens gekämpft wird. Ein wenig Asien soll doch noch sein. Mit dem Boot überqueren wir den Bosporus und schlendern auf der asiatischen Seite Istanbuls ein wenig durch die Märkte. Etwas mehr haben wir von den türkischen Bazars schon erwartet. Mal sehen, was die europäische Seite zu bieten hat. Auch die Bazars auf der europäischen Seite sind enttäuschend. So beladen wir unsere Taschen lediglich mit ein wenig Tee.
26.02.-02.03.2026 – Griechischer Wein
Mit dem Bus fahren wir aus Istanbul in Richtung Thessaloniki. Über eine holprige Strasse reisen wir nach Europa ein. Die Grenze zur EU ist gut bewacht. Die Zollabfertigung entsprechend strickt. Das letzte Mal bekommen wir einen Stempel in unseren Pass. Am späteren Abend erreichen wir Thessaloniki. Mit Hilfe von zwei netten Kioskangestellten, welche uns ihr Internet zur Verfügung stellen, können wir noch spätabends in unser Hotel einchecken. Lange bleiben wir nicht. Am nächsten Morgen geht es mit dem Bus weiter nach Igoumenitsa. Die letzte Busfahrt geniessen wir in vollen Zügen. Unsere Strecke führt durch das Landesinnere am Olymp Gebirge vorbei. Immer wieder sind wir verblüfft, was für spezielle Orte wir einfach so nebenbei sehen. In Plataria, einem kleinen verschlafenen Fischerdörfchen bei Igoumenitsa, verbringen wir ein paar ruhige Tage. Wir lesen uns gegenseitig diverse Passagen unserer Homepage vor, um nochmals bewusst in unsere sagenhafte Reise einzutauchen und diese setzen zu lassen. Im kleinen Hafen denken wir an unsere kleine Pagsinta, welche uns enorm viel ermöglicht hat und uns in die abgelegensten Orte dieser Erde geführt hat.
03.03.-16.03.2026 – Die letzte Fahrt durch bella Italia
Am späten Abend begeben wir uns zum Fährenterminal in Igoumenitsa. Um Mitternacht legt die Fähre ab. Der Captain ist bei dieser Nachtfahrt ein anderer. Um Schichten müssen wir uns nicht kümmern. Wir dürfen uns ein Bier genehmigen und auf unsere letzte Überfahrt anstossen. Nach dem letzten Bier auf See, hauen wir uns beide aufs Ohr und schlummern bis nach Italien.
Der Morgen ist angebrochen. Durch das grosse Fenster sehen wir Bari näherkommen. Pünktlich legen wir an. Der erste Espresso in einer kleinen Kneipe schmeckt vorzüglich. Unser Mietauto haben wir ab dem Nachmittag gemietet. Wir hoffen, dass wir beim Vermieter unser Gepäck lassen dürfen, um ohne Gepäck Bari zu erkunden. Leider nein. Wir dürfen weder unser Gepäck dort lassen, noch können wir unser Fahrzeug entgegennehmen, obwohl dieses bereits verfügbar wäre. Stefs Kreditkarte mussten wir auf der Reise sperren, da sie missbraucht wurde. Nun braucht der Autovermieter vom Fahrer die physische Kreditkarte. Erst nach grossem Hin und Her und einem Gespräch mit dem Chef schaffen wir es, den Hauptfahrer auf Conny zu wechseln und mit ihrer Kreditkarte das Auto zu mieten. Das Reisen bleibt auch im letzten Land ein kleines Abendteuer.
Gegen Abend fahren wir nach Bitetto, einem kleinen Steindorf in der Nähe von Bari. Unsere ortstypische Unterkunft bietet uns sämtliche Vorzüge. Wir haben eine Waschmaschine, welche wir einfach bedienen können, eine Küche, um unseren Kaffee zu kochen und im Ort einen kleinen Dorfladen mit Käse und Schinken. Bella Italia wird sind da. In Alberobello besuchen wir die bekannten Trulli Häuser und machen im Anschluss eine schöne Wanderung durch die Felder. Immer wieder kommen wir an den typischen weissen Rundhäusern mit dem kegelförmigen Dach vorbei. Eine ausgiebige Wanderung in der Natur erdet uns und gibt neue Ideen für zu Hause. Erkunden und Zeit in der Natur verbringen wollen wir auch in der Schweiz. Wir werden schliesslich wieder in einem Land wohnen, welches nicht nur landschaftlich enorm viel zu bieten hat.
Am Morgen düsen wir los. Allgemeine Richtung Norden. Auf kleinen Nebenstrassen lassen wir uns treiben. In einem typischen Bergdorf legen wir einen mittags Stopp ein. Auf Google Maps finden wir das Bed and Breakfast «La Rosa del Barone». Es scheint von einer italienischen Mama geführt zu sein. Das könnte uns gefallen. Wir fahren vor und rufen an. Irgendwie erklären wir auf Italienisch, dass wir bereits vor Ort sind. Sie ist etwas erstaunt über unsere Spontanität, nimmt uns aber nicht weniger herzlich in Empfang. In den alten Kinderzimmern, können nun wenige Gäste dieses authentische Bed and Breakfast geniessen. Am Abend kehren wir im Pub ein. Das einzige offene Restaurant. Da es den besten Pizzaiolo in der Gegend hat, macht es uns nichts aus, keine Alternative zu haben.
Das hausgemachte italienische Frühstück hat hervorragend gemundet. Stef kann seinen Gurt von Tag zu Tag immer lockerer schnallen. Conny passt auf, dass sie die verlorenen Kilos aus China nicht alle wieder zunimmt. Eine kurze Fahrt ins Nachbardorf bringt uns zu einer abgelegenen Kirche in Acerenza. Wir haben uns nicht dafür, in die Krypta abzusteigen. Da kommt der Pfarrer und meint, wir dürfen auf keine Fall verpassen, die Krypta zu besichtigen. Noch so gerne steigen wir die Treppe herunter und bestaunen das alte Grab. In Acerenza sehen wir immer wieder Hinweise auf Dracula. Dank Google (einfach geil, wenn alles wieder funktioniert) finden wir heraus, dass wir das Grab der Tochter von Vlad dem Dritten, besucht haben. Sämtliche Dracula Mythen basieren auf Vlad dem Dritten. Somit haben wir das Grap der Dracula Tochter besucht, ohne es zu planen. Genial, wo unsere Reise uns spontan durchführt.
Weiter geht es in Richtung Norden. Stef möchte seinen Geburtstag in Pompei verbringen. Da wir vor Ort keine Unterkunft finden, welche offen ist und Platz hat, reservieren wir auf booking.com spontan unsere Unterkunft. Auch dieser Vermieter ist ein weniger überfordert mit unserer spontanen Anreise. Die weiteren Unterkünfte werden wir lieber planen, damit die Vermieter etwas Vorlauf haben.
Der 8. März ist angebrochen. Es ist nicht nur Stefs Geburtstag, sondern auch der Weltfrauentag. In Italien ist dieser sehr wichtig. So werden die Donnas gross gefeiert. Für die Besichtigung der römischen Stätte in Pompei, erhält nicht Stef einen Geburtstags- Rabatt, sondern Conny freien Eintritt aufgrund des Weltfrauentages. Unsere Führerin entführt uns voller Euphorie in die römischen Zeiten, welche über 2000 Jahre zurückliegen. Dank dem Ausbruch vom Vulkan Vesuv, ist diese Stätte unglaublich gut erhalten. Mit den Erläuterungen unserer Führerin, können wir uns die Heimat der Römer bildlich vorstellen. Wir erhalten einen Einblick ins Treiben am Hafen, in ihre Läden, ihre Häuser, den Marktplatz, die römischen Bäder, den Regierungsplatz, das Theater und Kolosseum und ins Bordell. Speziell erstaunt uns, dass sich in 2000 Jahren wenig verändert hat. Die Technik, welche die alten Römer bereits angewendet haben, welche sich speziell im Theater und in den Bädern zeigt, ist erstaunlich. Da viele Seefahrer das Bordell besucht haben, finden sich an den Wänden erstaunlich gut erhaltene Malereien von verschiedenen Stellungen. Auch da waren die Römer bereits sehr einfallsreich. Diesen imposanten Ort vor Rom zu besichtigen, würden wir jedem Reisenden empfehlen. Am Nachmittag schlendern wir von Bar zu Bar, um gebührend auf Stef anzustossen. Der Abend bricht an, unsere Mägen knurren einmal mehr. Viele Restaurants haben aufgrund der Nebensaison geschlossen. Eines sieht auf den Fotos ansprechend aus und hat geöffnet. Wir sind in einer Lokalität gelandet, welche das alte Rom aufleben lässt. So werden wir in eine Tunika gekleidet und trinken unseren Wein aus einer Amphore. Ein gelungener Abschluss für diesen feierlichen Tag.
Auf nach Rom. Auf dem Weg legen wir einen Stopp ein. Wir Besuchen das Museum und die Kathedrale von Anagni. Dank dieser enorm gut erhaltenen Kirche tauchen wir ins 16. Jahrhundert ein. Eine Bibliothek hat originale religiöse Bucher aus dieser Zeit ausgestellt. Was für ein Vermächtnis. Unter der modernen Kirche liegt die Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert. Die Fresken sind erstaunlich gut erhalten. Auch die Krypta des heiligen Magnus kann besichtigt werden. Für uns ist nicht nur spannend diese gut erhaltene Kirche zu bestaunen, sondern auch die Fresken der Römer, mit denen aus dem 13. Jahrhundert zu vergleichen. Die Zeichnungen der Römer vor 2000 Jahren waren detaillierter und ausgeklügelter als diese von unseren Vorfahren aus dem 13. Jahrhundert.
Weiter geht die Reise nach Rom. Unser Auto lassen wir etwas ausserhalb von Rom in der weissen, kostenlosen Parkzone stehen und nehmen die Metro ins Stadtzentrum. Unsere Unterkunft ist mitten im Zentrum, sodass wir viele Sehenswürdigkeiten zu Fuss erreichen. Rom ist ein Freilichtmuseum sondergleichen. Wir sind überwältigt von allen Sehenswürdigkeiten. Den ersten Nachmittag lassen wir uns treiben. Wir kommen unter anderem am Trevi Brunnen und dem aktuellen Regierungssitz vorbei. Dank der Nebensaison können wir diese Orte nur mit wenig Getümmel geniessen. Für den nächsten Tag haben wir den Kolosseum Besuch reserviert. Unglaublich, welch ausgeklügelte Technik, die Raubtiere von den unteren Geschossen mit Liften in die Arena befördert haben. Uns war auch nicht bewusst, dass nicht nur Sklaven, sondern auch viele freiwillige den angesehenen Job des Gladiators übernahmen. Die Stadien, welche an moderne Eishockeytribünen erinnern, zeigen einmal mehr, wie wenig sich in 2000 Jahren verändert hat. Am Nachmittag fahren wir mit der U-Bahn in Richtung Vatikan. Den St. Petersdom besuchen wir nicht. Auch wenn wir in der Nebensaison sind, sind hier viel zu viele Leute. Wir schlendern über den St. Petersplatz, winken einem unserer Landsleute der Garde aus der Ferne und verlassen den Vatikan bald wieder. Erst als wir auch noch auf das kleinste Besuchte Land anstossen, wird uns bewusst, dass wir es soeben verpasst haben und uns beim Besuch eines ganzen Landes nicht geküsst haben. Als am Abend die Dämmerung einbricht, stehen wir vor dem Nationaldenkmal von Viktor Emanuels II. In der Umgangssprache wird das Denkmal auch «Vittoriano» oder «Altare della Patria» genannt. Dank des internationalen Architektur-Wettbewerbs haben sich die Römer einmal mehr übertroffen. Ein zwölf Meter hoher Turm mit seinem 50t schweren Reiter prägt dieses Denkmal. Von oben geniessen wir einen sagenhaften Überblick über Rom. Diese Stadt würde Ausflugsziele für über eine Woche bieten. Wir werden jedoch morgen unsere Reise in Richtung Milano fortsetzen. Bei der Abfahrt aus Rom sind wir mitten in einem Gewitter mit heftigem Regenguss begleitet von Blitz und Donner direkt über uns. Früher wäre uns dies vermutlich ein wenig unheimlich gewesen. Dank unseren Erfahrungen auf unserer Pagsinta nehmen wir dieses Gewitter sehr entspannt.
Den ersten Stopp machen wir in der Toskana. Die liebliche Landschaft lässt uns bereits von weiteren Reisen in diese Region träumen. Wir kommen in einem kleinen authentischen Agriturismo unter. Weit und breit hat es keine anderen Gebäude. So treibt uns der Hunger ins nahe gelegene Dorf. Gemäss unserem Gastgeber machen zwei Restaurant um 20:00 Uhr auf. So geniessen wir in einer Weinbar, welche auch Antiquitäten verkauft ein grandioses Glas Rotwein. Das erste Restaurant ist leider aufgrund der Nebensaison geschlossen. Nicht tragisch, wir fahren weiter zum zweiten. Leider auch geschlossen. Es ist mittlerweile nach 21:00 Uhr. Das nächste Dorf ist auf der anderen Seite von unserem Agriturismo. Auch in Italien kann man hungrig ins Bett. Hihi.
Hungern müssen wir im nächsten Agriturismo nicht mehr. Die Gastgeberin ist eine passionierte Köchin und bietet uns diverse Primi und Secondi zur Auswahl an. Wir schlemmen, was das Zeug hält. Auf unsere Frage am nächsten Morgen, ob wir hier Parmigiano kaufen können, hat unsere Gastgeberin ein bereites Lachen im Gesicht. Sie empfiehlt uns die Lateria vom Dorf. Wir können nicht nur vorzüglichen Parmigiano kaufen, wir dürfen auch die Käserei und die Reifungshalle für den Käse besuchen. Wow, so viel guten Käse auf einem Haufen, haben wir noch nie gesehen. Wir kaufen 2.5 Kilo, um auch unseren Eltern etwas abgeben zu können. Am Nachmittag machen wir eine Wanderung im Ort. Diese führt uns zu einer Burg mit einer kleinen Gaststätte. Der Wirt verkauft selbstgemachten Pecorino von seinem Kollegen, welcher diesen auf der Alp herstellt. Wir können eine Kostprobe geniessen. Er mundet hervorragend und wir kaufen noch mehr Käse ein.
Am nächsten Morgen machen wir uns mit mehreren Kilo Käse und tonnenweise Erinnerungen auf den Weg nach Milano.
Die ersten Tränen fliessen an diesem Nachmittag. Connys Mama kommt uns in Milano abholen. Wir können kaum fassen, dass wir unsere Schwieger- Mama dieses Mal nicht nur für kurze Zeit in die Arme schliessen dürfen, sondern ab sofort wieder in der Nähe sind. Eine letzte italienische Pizza schmeckt im kleinen familiären Kreis doppelt gut.
Die letzte Zugfahrt ist angebrochen. Wir bestaunen die idyllische Landschaft der Schweizer Berge und Seen. Wir haben nun viele Orte dieser Welt gesehen und dürfen für uns sagen, dass wir in einem der schönsten Länder überhaupt leben. Was für ein Geschenk.
Die Emotionen steigen nochmals an. Zürich kommt näher. Bald dürfen wir auch Stefs Eltern nach beinahe drei Jahren endlich wieder einmal in die Arme schliessen. Wir sind Daheim. Der Empfang könnte nicht schöner sein. Connys Mama hat uns nach Dietikon begleitet. Stefs Eltern und sein Onkel holen uns am Bahnhof in Dietikon ab. Nach dem ersten gemeinsamen Glas Wein klingelt es. Auch Connys Schwester kommt vorbei. Schade nur, dass Stefs Bruder mit seiner Familie nicht dabei sein kann. Sie müssen an diesem Montag arbeiten und auch die Kinder haben Schule. Uns fällt der Kiefer herunter. Nachdem wir mit Mama und Manu in unserer Wohnung einen Stock höher waren und wieder zu unseren Eltern herunterkommen, sitzen vier weitere liebe Menschen im Wohnzimmer. Auch Stefs Bruder und sein Familie sind vorbeigekommen. Unsere Familie ist komplett. Wir überwältigen. Mit unseren Liebsten geniessen wir einen Spagetti Plausch bei guten Reiseandenken. Wow, haben sie uns doch gefehlt. Schön zurück zu sein.











