Unser Segelabenteuer
 

12.06.-19.06.2024 – Carriacou und die schönen Strände

Das Wetter hat sich beruhig, beziehungsweise war nie so extrem wie in den Prognosen vorherbestimmt. Das gibt uns frischen Wind in die Segel, auch wenn unser Ziel Sandy Island gleich um die Ecke liegt, in einer knappen halben Stunde unter Motor zu erreichen ist und wir die Segel für diesen Ausflug nicht hissen. Dementsprechend früh machen wir an einer Boje im Marine Park fest und sind überwältigt von der schlichten Schönheit dieser kleinen, vorgelagerten Insel. Mit dem Sprung ins türkisblaue Wasser schwimmen wir zur Insel. Die Insel ist schnell erkundet, besteht sie eigentlich nur aus weissem Sandstrand und ein paar Palmen. Trotzdem lassen wir uns Zeit, um die fünfhundert Meter lange und fünfzig Meter breite Insel zu entdecken und geniessen die Ruhe weit ab von den Touristenströmen. Auf Sandy Island verweilen wir die nächsten Tage. Am dritten Nachmittag werden wir von dem Shuttleboot des Paradise Beach Club abgeholt. Die rasante Fahrt mit der kleinen Nussschale und ihrem 85 PS starken Motor dauert keine fünf Minuten und wir sind am gegenüberliegenden Strand auf Carriacou.

Bevor wir uns den Vorzügen der gut sortierten Bar hingeben, machen wir uns auf den Weg nach Hillsborough, um noch einmal frisches Obst und Gemüse zu ergattern. Wieder zurück setzten wir uns an einen Tisch und bestellen uns einen sehr leckeren Cocktail. Nicht lange und wir kommen ins Gespräch mit unseren Tischnachbaren. Die Gespräche vertiefen sich und alle geben ihre Erlebnisse ihrer Segelreisen zum Besten. Nach dem Abendessen löst sich unsere kleine Gruppe auf und wir warten, bis uns unser Shuttle wieder zurückbringt. Auf dem Rückweg teilen wir das Boot mit drei Bayern. Diese Fahrt ist viel zu kurz…

Sandy Island haben wir ausgekostet, was nicht sehr schwierig war, darum fahren wir nochmals etwas nördlicher in die Anse la Roche. Dreissig Minuten Fahrt, keine Segel und wir erreichen die nächste Traumbucht. Ein weiteres Boot ist vor Anker und gibt uns genügend Platz auf der anderen Seite der Bucht unseren Anker in den Sand zu setzten. Vor uns der weisse Sandstrand. Neben uns eine kleine, schöne Felsformation im Wasser und hinter uns der Horizont. Immer mehr zieht es uns wieder dorthin. Langsam, aber sicher haben wir die Windward Islands, wie die Inseln in diesem Teil der Karibik heissen, gesehen. Wie immer kundschaften wir das eine und das andere Ende der Bucht mit unserer Schnorchel Ausrüstung aus. Leider gibt es nicht sehr viel zu sehen. Dennoch entscheiden wir uns, morgen einen Tauchgang am Südende zu unternehmen. Wie erwartet gibt es auch beim Tauchen nicht allzu viel, doch wir geniessen die Zeit in unserem Element. Zurück auf dem Boot gehen die Gefühle mit uns auf Achterbahnfahrt. Von Überglücklich zu gelangweilt, von Angst zu deprimiert und genervt. Alles hat Platz und wir lassen den Gefühlen freien Lauf. Dennoch fragen wir uns was los ist.

Wir sind im Paradis und sind uns dessen bewusst. Entsprechend wenig können wir die negativen Gefühle einordnen. Bis wir realisieren, dass wir nun, da wir viel Zeit haben, um die Seele baumeln zu lassen auch einiges der letzten Monate verarbeiten. Letzten August haben wir unsere Komfortzone komplett verlassen und kamen oft an unsere Grenzen mit allem, was unser geniales Abenteuer mit sich bringt. Eigentlich wollten wir noch um Carriacou herum segeln. Die Ost Inseln erkunden und im Süden tauchen. Doch gerade jetzt wissen wir nicht mehr, was wir wollen. So entschliessen wir, alles setzten zu lassen und uns am kommenden Morgen neu zu finden. Wie so oft, sieht der neue Morgen besser aus und die dunklen Wolken haben sich bereits etwas gelichtet. Wir checken die Wettergrosslage und die Hurrikan-Wege der letzten Jahre. Wir klären bereits mit Kolumbien ab, wann und wo wir einen grossen Refit für unsere Pagsinta machen können und wieviel wir dafür berappen müssten. Wir erkunden uns genau über die naheliegenden Ankerplätze, über Grenada und machen einen kurzfristigen Plan. Eigentlich zieht es uns zum Horizont doch eine grosse Insel wollen wir noch anschauen, bevor es über das Karibische Meer nach Bonaire gehen soll. Um wieder Ruhe in unsere Gemüter zu bringen, beschliessen wir in der Anse la Roche nochmals einen Tauchgang zu machen. Diesmal tauchen wir um die Nordspitze der Bucht. Der üppige Korallengarten mit seinen vielen Weichkorallen fasziniert. Eine Schildkröte taucht aus den dichten Korallen auf, ein grosser Rochen buddelt sich aus dem Sand und unter einem Felsen versteckt sich eine 10-köpfige Langusten Familie. Noch einen Tag verbringen wir in der ruhigen Bucht. Einige kleine Bootsarbeiten stehen an und unsere Homepage möchte gefüttert werden. Danach geht es weiter zum letzten Ziel der Windward Islands. Wir segeln nach Grenada – The Spice Island.