Unser Segelabenteuer
 

13.- 16.05.2024 – Grenada - Wieder im Wasser

 

St.Georges
Wie geplant gehen wir früh morgens ins Trockendock, um einige Arbeiten zu erledigen. Zu unserer Freude können die Waschmaschinen im Dock benutzt werden und unsere angesammelte Wäsche kann erledigt werden. Im grossen Marine Shop finden wir Einiges, was wir für das Erledigen der Arbeiten benötigen. Zum Beispiel kaufen wir 15 m Ankerkette, weil wir unsere verlängern möchten, da sie immer etwas knapp war. Dazu benötigen wir ein Notglied. Das Notglied besteht aus zwei Teilen mit je zwei Dornen daran und gegenüberliegend natürlich die Löcher, um die Dornen einzufahren. Die neue und alte Kette wird mit dem Notglied verbunden und kalt verschmiedet. Das heisst mit dem Hammer so lange und hart auf die Dornen schlagen, bis sich diese komplett mit dem Notglied verbunden haben. Das hält. Nun ist jedoch unser geliebtes Ankerkörbchen etwas überfüllt. Später finden wir in einem Bau und Hobby Markt das perfekte Gumminetzt. Jetzt können wir die Kette sauber fixieren. Es geht einfach alles auf. Herrlich. Als zweites wollen wir der Windsteueranlage auf den Grund gehen. Auf dem Weg von Port Elisabeth nach Grenada wollte sie wieder einmal nicht so wie wir. Warum? Wir schrauben das Gehäuse auf, um es zu inspizieren und den allfälligen Defekt zu finden. Sieht alles super aus. Alles ist sauber geschmiert und bewegt sich, nur lassen sich die zwei Ruderdeichseln nicht miteinander verbinden. Nach einigem Überdenken drehen wir die Deichsel für das Hauptruder um 180°. Es macht klick, der Verbindungsbolzen rastet ein und alles funktioniert perfekt.  Eine Markierung an der Deichsel oder ein genauer Beschrieb wären hier hilfreich gewesen. Jetzt wissen wir auf alle Fälle wie das ganze System funktioniert und bringen die Markierung selbst an. Das passiert uns nicht nochmal und wir freuen uns das nächste Mal unser unermüdliches Crewmitglied zu beschäftigen. Am Abend gehen wir noch einmal zu den vielen Street Food Ständen in der Nähe und geniessen anschliessend einen weiteren Film, der sechste an diesem Wochenende. Wer weiss wann wir hierfür die nächste Gelegenheit haben.
Kaffee in der Rösterei
Am Morgen verlassen wir unsere Unterkunft und machen anschliessend Pagsinta bereit. Um halb elf kommen die Marineros und hieven unser Zuhause ins Wasser. Alles ist dicht. Auch hier haben die Arbeiter wieder super Arbeit geleistet. Wir fahren unter Motor um den südlichen Zipfel von Grenada in die nächste geschützte Bucht bei St. Georges und machen an einer Boje fest. Mit dem Dinghy geht’s an Land zu dem nahegelegenen Supermarkt. Wir bekommen alles, was das Herz begehrt. Wir finden Kaffee von Grenada und finden heraus, dass die Rösterei gleich hier in St. Georges ist. Diese will besucht werden. Doch verschieben wir dies auf Morgen. Gesagt getan. Am Morgenfrüh bereits wieder an Land suchen wir die Rösterei auf. Ein kleines Unternehmen, versteckt hinter der Schule in einer Wohnsiedlung. Wir werden herzlich begrüsst, bekommen einen Überblick über die kleine Rösterei und degustieren zwei ihrer vielen eigenen Röstungen. Im schönen Garten geniessen wir noch zwei Kaffeespezialitäten und machen uns mit frisch geröstetem Kaffee auf den Weg, um die Hauptstadt zu erkunden.

BBQ

Den Abend lassen wir mit einem BBQ ausklingen. Das feine Schweinefilet, welches wir im Supermarkt gefunden haben, soll gebührend gegrillt werden. Obwohl das Holz sehr trocken ist, will das Feuer nicht. Erst als wir ein kleines Stück Stoff, welches mit Benzin getränkt ist, zur Anzündhilfe nehmen, bekommen wir das Feuer zum Brennen. Die Geräusche sind meditativ. Die Wogen der Wellen gemischt mit dem Knistern des Feuers. Ein unbezahlbarer Moment. Das Essen schmeckt entsprechend vorzüglich. Ein traumhafter Tag neigt sich dem Ende zu.

16.-19.05.2024 – Carriacou und schöne Begegnungen

Abfahrt von der Boje in Carriacou

Nachdem wir gemütlich in den Tag gestartet und das Wetter studiert haben, machen wir uns von der Boje los. Wir fahren etwas weiter nördlich zur Insel Carriacou, welche noch zu Grenada gehört. Obwohl wir den Wind herrlich von der Seite hätten, müssen wir hart am Wind segeln, da die Strömung uns mit zwei Knoten wegdrückt. Bei gut vier Knoten fahrt, machen diese zwei Knoten ganz schön viel aus. Die Überfahrt ist einiges ungemütlicher als erwartet. Zum Schluss müssen wir den Motor starten, um überhaupt gegen Wind und Strömung anzukommen. Carriacou hat einige kleine Inseln vorgelagert. In einer schönen Bucht lassen wir den Anker auf einen gut sichtbaren Sandfleck runter. Gleich unter uns beginnt das Riff. Zum ersten Mal entdecken wir hier Karibische Stechrochen und wiedermal einen Adlerrochen. Da der Swell etwas gross ist und wir so oder so weiter nördlich wollen, bevor die Hurrikan Saison beginnt, fahren wir am Morgen gleich weiter. Wind und Strömung sind immer noch gegen uns, darum geht es mit unserem neuen, treuen Motor in einer Stunde richtig Carriacou. Die Ankerbucht ist nun zu sehen. Es hat sehr viele Boote. Es graust uns etwas, einen Ankerplatz zu finden, bei welchem wir genügend Platz haben. Da erspähen wir eine Boje. Noch so gerne befestigen wir uns an dieser. Nun das Schiff abrüsten, etwas essen und dann kurz ausruhen. Da kommt ein Dinghy angefahren. Auf Schweizerdeutsch spricht uns unser Bojen-Nachbar an. Wenn er eine Schweizer Flagge sehe, komme er immer kurz vorbei. Die Chemie passt sofort. Im Nuh führen wir ein schönes Gespräch und entschliessen am Abend gemeinsam Pizza zu essen. Chrigi und Martin sind zurzeit gemeinsam unterwegs. Chrigi lebt auf Bonaire und Martin segelt seit zwei Jahren Einhand. Beide sind etwas älter als wir und unterhalten uns mit vielen spannenden und lustigen Anekdoten aus ihrem Leben. Martin beschreibt seine Reise mit dem Boot sehr schön. Es gehe für ihn viel mehr um eine Reise zu sich selbst als um eine Reise um die Welt. Das können wir sehr gut nachvollziehen. Wir alle sind dankbar für unser geniales Leben, welches wir gewählt haben. Am nächsten Tag geht es für uns auf die Ämter. Wir klarieren aus, da wir nun noch die Grenadinen erkunden möchten. Die herrlich bestückten Supermärkte suchen wir auch nochmals auf. 

Durch die Strassen von Carriacou

Alles ist ready für die nächsten Inseln. Am Abend werden wir auf einen Kinoabend eingeladen. Dass wir so bald bereits wieder TV schauen, hätten wir nicht gedacht. Aber ein Kinoabend auf einer sechzehn Meter Segelyacht lassen wir uns nicht entgehen. Beladen mit Bier und Popcorn fahren wir, sobald es eingedunkelt hat, herüber. Ein inspirierender Film flackert über den grossen Bildschirm. Es ist bereits wieder Mitternacht, als das Philosophieren über den Film ein Ende nimmt. Reich beschenkt mit dieser schönen Begegnung fallen wir ins Bett.  

19.-22.05.2024 – Union Island – wir schaffen es doch noch

Fruchtstand in Clifton

Nur gerade eine knappe Stunde dauert die Fahrt bis nach Frigate Island bei Union Island. Frigate Island ist eine kleine Insel, welche vor Union Island liegt und zu dieser gehört. Die zwei Inseln sind mit einer Hängebrücke verbunden. Wir schaffen es nun doch noch, die Grenadinen zu bestaunen. Die Farben sind sagenhaft. Die kleinen Inseln erinnern an die Malediven. Die Riffe sind zwar nicht so bunt, die weissen Strände und türkisen Farben vom Wasser lassen aber keine Wünsche offen. Den ersten Nachmittag verbringen wir auf dem Boot und mit schnorcheln. Es ist schliesslich Sonntag und die Ämter sind geschlossen. Am Montag machen wir uns schön brav zu den Behörden auf, um uns im neuen Land anzumelden. Zum ersten Mal erhalten wir einen lieben, sanften Zusammenschiss. Die Ämter wären am Sonntag geöffnet gewesen und eine Besatzung einer Yacht habe sich umgehend nach Ankunft anzumelden und nicht erst vierundzwanzig Stunden später. Das kleine Ort Clifton, weist ein paar wenige bunte Häuser auf. Wir finden vier Fruchtstände mit hervorragenden Früchten. Entsprechend füllen wir unseren Rucksack und schlendern zur Frigate Island zurück. Der Rückweg dauert etwas länger. Die Mangroven laden zum Verweilen ein. Retour geht es über die etwas erbärmliche Brücke nach Frigate Island.

Hängebrücke vom Union nach Frigate Island


Der kleine Hügel, welcher von unserem Boot aus zu sehen ist, hat bereits gestern seinen Reiz ausgesendet. Heute montieren wir die guten Barfuss-Wanderschuhe und versuchen einen Weg auf den Gipfel zu finden. Im ersten noch flachen Abschnitt sieht Stef einen weissen Iguana, welcher für die Insel typisch ist. Conny fällt das Herz bereits beim ersten steileren Abschnitt in die Hose. Dieser ist ziemlich abhaltig und rutschig. Gut durchatmen, Augen zu und durch. Geschafft. Weiter geht es durch das Gestrüpp. Auf die Dornen aufgepasst, ist dieser Wegabschnitt leicht. Da raschelt es in den Blättern. Ein zweiter Iguana flüchtet vor uns. Schon eindrücklich diese grossen Echsen. Nun kommt eine Felswand. Stef das Kunstturn-Äffchen, klettert mit Leichtigkeit hoch. Conny fühlt sich ohne Kletterseil nur halb wohl und muss ihren inneren Schweinehund nochmals überwinden. Der Gipfel ruft allerdings. Wow, die atemberaubende Aussicht und das Wissen, es auf den weglosen Hügel geschafft zu haben, erfüllt uns mit Glücksgefühlen. Picknick essen, Sicht geniessen und dann an den Abstieg. Wenigstens wissen wir nun, wo wir durchgehen können. Zurück auf dem Boot verkaufen uns ein paar Fischer ihren frischen Fang. Das gibt am Abend ein herrliches BBQ an Board. Oft können wir kaum fassen, wo wir sind, was wir alles erleben dürfen und wie gut wir es haben.

Abhaltiger Wegabschnitt