16.-21.04.2024 – Neues Land, neues Glück – Saint Lucia wir kommen
Ausgeschlafen bereiten wir das Boot für einen Segel-Tag vor. Die Windprognosen melden starken Wind. Der Anker ist gelichtet. Stef kennt mittlerweile mehrere Tricks und macht dies relativ entspannt. Gleich im Anschluss hisst er die Segel. Es rauscht. Kaum aus der Bucht sehen wir vor uns eine Regenfront. Der Wind und die Wellen nehmen zu. Es scheppert unter Deck. Conny ruft, dass Stef dies bitte schnell richten soll, da wir unser Vorsegel reffen müssen. Unser Boot läuft beinahe aus dem Ruder. Alles verstaut und gerefft rauschen wir weiter über die Wellen. Die Regenfront ist gewichen und ein ruhiger Segelturn nach Saint Lucia stellt sich ein. Am späteren Nachmittag erreichen wir die Rodney Bay und droppen den Anker.
Was für ein angenehmes Einklarieren. Ein Büro, drei Anlaufstellen; in fünf Minuten sind wir legal im Land angekommen. Zu Fuss erkunden wir die nähere Umgebung und geniessen ein lokales Bier. Bei der Besichtigung der verschiedenen Lebensmittelläden müssen wir schmunzeln. Wurde uns doch gesagt, dass es ab Martinique nichts mehr gebe. Selten haben wir einen so schön organisierten Lebensmittelladen mit allem, was das Herz begehrt, gesehen. Zurück auf dem Boot tätigen wir den besten Einkauf. Vom Früchte-Boot kaufen wir frische Mangos, Papaya, Passionsfrüchte und selbst gemachtes Bananenbrot. Diese Insel gefällt uns bereits. Wie schön das dolce-far-niente-Leben sein kann. Ausser Wasser machen, Schnorcheln und Lesen machen wir heute nicht viel.
Die Friday-Night-Street-Party hält, was sie verspricht. Diverse Rum-Punsch- und Grill-Stände säumen den Strassenrand. Am Ende der Strasse türmt sich eine riesige Lautsprecherwand auf. Die Musik schallt laut durch die Gassen. Einheimische und Touristen tanzen gemeinsam zu europäischen und karibischen Rhythmen. Den ersten Rum-Punsch geniessen wir im strömenden Regen. Nach dem zweiten spielt der DJ die einheimische Musik und auch wir beginnen das Tanzbein zu schwingen.
Der Samstag ist schnell erzählt: Hangover
Gut ausgeruht geniessen wir an diesem herrlichen Sonntag die nähere Umgebung. Die Pigeon Island erzählt uns die Geschichte dieser Region. Wie bereits in Dominica machten sich hier die Engländer breit. Sie erbauten das Fort Rodney, welches sich über die gesamte Halbinsel erstreckte. Von hier aus verteidigten sie die Region gegen die Franzosen und fühlten sich gewappnet, um Martinique anzugreifen. Für uns immer wieder ergreifend, wie die Europäer den Einheimischen das Land weggenommen haben und sich gegenseitig die Inseln streitig machten. Nach der kleinen Wanderung über die zwei Hügel gibt es heute eine speziellen Sunset Drink mit dem Namen Bob Marley.
22.-24.04.2024 – Eine Bucht weiter – Anse La Raye
Der böige Wind trägt uns in wenigen Stunden in eine nahe gelegene Bucht. Diese kurze Überfahrt entspricht exakt unseren Traumvorstellungen. Der Wind bringt uns vorwärts, die Sonne liefert den Strom und der Wassermacher produziert frisches Trinkwasser. Der gewählte Ankerplatz könnte nicht besser sein. Der Anker hält gut im sandigen Grund und direkt hinter dem Heck beginnt das Riff, welches zum Schnorcheln einlädt. Die einheimischen Fischer begrüssen uns herzlich und fragen, was wir benötigen. Am Folgemorgen erwachen wir, als wir hören, dass sich uns ein Boot nähert. Die Fischer machen nach ihrer morgendlichen Arbeit einen Halt bei uns und verkaufen den frisch gefangen Tuna. Mit Freude nehmen wir den ausgenommenen Fisch über die Reling entgegen.
Heute geht es in die Rum-Destillerie von Saint Lucia. Ein lokaler Fischer begleitete uns zur Destillerie. Angeblich weil es zu gefährlich sei für uns ohne einen Lokalen. Wir nehmen ihn gerne mit, weil wir so das Fischerdorf, in welchem wir gratis ankern, ein wenig unterstützen können. Sämtliche Marken werden in einer Destillerie hergestellt. Die Degustation fällt entsprechend vielfältig aus.
Ein weiterer Tag frönen wir dem Süssen nichts Tun bevor es morgen eine Bucht weiter gehen soll.






