Unser Segelabenteuer
 

17.09.-22.09.2024 – Ankerplatz Oranjestad – Laut und praktisch
Der Ankerplatz liegt direkt vor der Landepiste des Flughafens. Entsprechend tief und laut kommen die Feriengäste angeflogen. Die Taxiboote bringen ihre Gäste zum nahegelegenen Resort auf der vorgelagerten Insel und fahren jedes mal mitten durchs Ankerfeld. Sie erzeugen eine so grosse Bugwelle, dass wir immer wieder durchschüttelt werden. Alles in allem ist es nicht der prickelnste Ankerplatz, jedoch können wir von hier aus gut in die Stadt gelangen. Wir erkunden die Touristenmetropole zuerst zu Fuss, bald steigen wir jedoch in den heranrollenden Bus und fahren zum Eagel Beach. Bei unserer Ankunft war es hier sehr rau und an Ankern war nicht zu denken. Mittlerweile hat sich das Wasser etwas beruhigt und wir wollen schnellstmöglich in diese Ankerbucht wechseln. Bevor wir auf die schönere Seite der Insel segeln können, benötigen wir noch einiges. Als nächstes geht es in den grossen Supermarkt. In jedem neuen Land wieder spannend. In den kommenden Tagen besorgen wir Gas, was sich wiederum zu einem kleinen Projekt, wenn nicht Abenteuer entwickelt. Die Gasstation ist eigentlich direkt um die Ecke beim Zoll. Von dort liessen sie uns jedoch nicht zum Gaswerk. Also packen wir unsere Gasflasche in den Rucksack, nehmen den Bus und fahren so nahe wie möglich zu unserem heutigen Zielort. Dennoch müssen wir eine halbe Stunde zu Fuss zurücklegen. Die Gasfüllung ist rasch und unkompliziert, doch von hier aus fährt kein Bus zurück. Wir machen uns auf den weiten Nachhauseweg und hoffen, dass uns jemand mitnimmt. Anstatt direkt zur Hauptstrasse zu wandern, verlaufen wir uns und kommen in ein kleines Dorf. Nach dreiviertel Stunden nimmt uns endlich jemand mit und bringt uns nahe ans Zentrum von Oranjestad. Nur noch eine viertel Stunde mit der vollen Gasflasche auf dem Rücken und wir sind bei unserm Dinghy. Wäsche machen, Tanken und durch die Stadt schlendern steht heute auf dem Programm. Die Wäsche geben wir im Waschsalon ab. Das ist noch der einfache Part. Tanken wollen wir nicht an der Bootstankstelle, weil der Diesel an der herkömmlichen Tankstelle einiges günstiger ist. Das heisst, wir müssen die fünfundzwanzig Liter Kanister rund fünfhundert Meter tragen. Conny bewacht das Dinghy und Stef schleppt die Kanister.  Leider gibt es hier nirgends einen Einkaufswagen oder ähnliches um unser Gut zu Transportieren. Daher wird einer nach dem andern auf dem Buckel über den heissen Asphalt gestemmt. Endlich ist es geschafft und wir stärken uns in einem Imbisslokal, bis die Wäsche bereit ist.

23.09.-29.09.2024 – Malmok Bay – Wracktauchen a gogo

Stef in der Antilla

Alles ist erledigt, der Wind und die Wellen haben abgenommen und wir machen uns auf, um die schöne Seite von Aruba kennenzulernen. Nach knapp zwei Stunden segeln greift der Anker beim zweiten Versuch. Das Wasser ist ruhig und glasklar. Bereits begrüssen uns ein paar Schildkröten, welche direkt neben dem Boot auftauchen. Conny kommt begeistert von der ersten Schnorchelrunde zurück. Seit wir in der Karibik sind, suchen wir den Karibischen Flughahn. Die Hoffnung starb schon fast. Endlich ist er gefunden. Die Unterwasserspektakel gehen weiter. Hinter uns befindet sich das Wrack der Antilla. Ein 140 Meter langes Frachtschiff, welches im zweiten Weltkrieg von den Deutschen versenkt worden war. Es gibt einige Bojen rund um das Wrack verteilt, die zum Tauchen einladen. Wir gehen runter. Das Wrack ist bewachsen mit vielen Schwämmen und einigen Korallen. Viele Fische bewohnen das Wrack. Ein Schwarm Makrelen kreuz uns. Ein Schwarm Schnapper versteckt sich im Wrack. Diverse Barrakudas patrouillieren umher. Eine Schildkröte taucht neben uns. 

Rotor vom Flugzeug-Wrack

Wir entdecken Goldstirn-Kieferfische, einen riesigen Snook und immer wieder grosse Kaiserfische. Das Wrack liegt auf der Seite. Wir tauchen zuerst dem Rumpf entlang, drehen beim Bug und erforschen auf der anderen Seite das Deck. An einigen Stellen kann man ins Wrack hineintauchen. Wie überall umschwärmt von Fischen. Wir finden die grossen Ankerwinschen, tauchen in den Laderaum, nach hinten zur Brücke und wieder ums Heck zum grossen Ruder und der Antriebswelle. Um alles genau zu erkunden, kommen wir insgesamt dreimal zur Antilla und geniessen das Unterwassersein beim Wrack immer mehr. Doch liegt nicht nur die Antilla hier, es gibt unweit von unserem Ankerplatz aus zwei Flugzeugwracks. Diese wollen wir uns nicht entgehen lassen. Leider sind nur Trümmer zu sehen. Die Rotoren, zwei Räder und einen Heckflügel finden wir, obwohl die Sicht eingeschränkt ist. Viel zu sehen gibt es nicht. Das Riff gibt wenig her. Die Fische sind lieber bei der Antilla. Trotzdem verweilen wir achtzigachtzig Minuten unter Wasser. Es ist reizvoll die verschiedenen Trümmer zu suchen und den Rückweg zum Dinghy zu finden.

Conny in den Dünen

Was gibt es eigentlich an Land? Fazit; nicht viel. Wir unternehmen einen Spaziergang zum nahegelegenen Leuchtturm. Dieser entpuppt sich als das Highlight von Aruba. Man könnte zum Leuchtfeuer hoch. Die fünf Dollar sparen wir uns. Allgemein ist Aruba auf der teureren Seite. So kostet eine Stunde Fahrradmiete fünfundzwanzig US-Dollar. Auch erfahren wir von einem Früchtesaft, welcher fünfundzwanzig US-Dollar gekostet haben soll. Wir setzten unseren Spaziergang durch die stacheligen Dünen zum Strand fort und trinken unser mitgebrachtes Wasser. Am Strand finden wir eine kleine Bar mit akzeptablen Preisen und genehmigen uns einen Cocktail zum Sonnenuntergang. Den heftigen Regenschauer auf dem Nachhauseweg geniessen wir und laufen lachend durch den warmen Regen.
Besuch kommt! Unsere Freunde von der Kismet, welche wir in Curacao kennengelernt haben, ankern direkt hinter uns. Wir freuen uns sie bereits hier wieder zu treffen und nicht erst in Kolumbien. Ab Morgen wird unser ruhiges Bootsleben auf den Kopf gestellt. Hugi kommt. Wir freuen uns riesig auf unseren Freund. Schön mit ihm unser Leben teilen zu dürfen.  Es sind Tauchgänge und eine viertägige Überfahrt nach Cartagena, Kolumbien geplant. Doch mit der Ankunft von Hugi stellt der Wind ab und Gewitter sind im Anmarsch.