23.-25.05.2024 – Union Island Umrundung
Am nächsten Morgen planen wir die Wanderung auf den Hügel. Unsere Rucksäcke werden mit Picknick und Kamera beladen. Die Barfusswanderschuhe eingepackt und los geht es. Der Aufstieg ist aufgrund der Temperaturen nicht ganz ohne. Steil geht es durch die waldige Landschaft. Ein kleiner Pfad zeigt den Weg auf. Zum zweiten Gipfel verlieren wir an einem Ort den Weg. Es geht entsprechen steil durch wegloses Gelände. Die ein oder andere Kletterstelle ist auch wieder dabei. Es hat sich gelohnt. Was für ein Anblick. Wir sehen die gesamten Grenadinen. Von Bequia im Norden bis nach Grenada im Süden. Obwohl die Temperaturen fordern, tut es einfach gut die Beine zu vertreten. Beim Abstieg treffen wir auf einen anderen Weg. Dieser ist gut markiert und ausgebaut. Er führt uns einmal um die Insel. Wir kommen auf der anderen Seite, bei der Chatham Bay, herunter. Hier sehen wir eine Informationstafel über den Wald, welchen wir bestaunen durften. Scheinbar gibt es auf Union Island eine endemische Echsenart. Diese lebt nur im besagten Wald. Aus diesem Grund ist das Betreten des Waldes strengstens untersagt. Phu, auf der anderen Seite hatte es diese Tafel nicht. Mal wieder haben wir etwas Verbotenes getan. Wenigstens wurden wir dieses Mal nicht erwischt. Da wir morgen weiter möchten und kaum mehr Einkaufmöglichkeiten haben werden, spazieren wir der Strasse nach, weiter nach Clifton. Ohne dies Abzusprechen, haben Stef und Conny beide Durst und wünschen sich ein erfrischendes Panaché. Stef sieht auf Google Maps, dass wir in Kürze an einem Restaurant vorbeikommen sollten. Wir trauen unseren Augen nicht. Eine Bar am weissen Sandstrand wartet auf uns. Das Sprite und Bier wird bestellt, gemischt und läuft die Kehle runter. Frisch gestärkt geht es weiter nach Clifton. Zur Hauptstadt, oder besser gesagt dem Hauptdorf der Insel, ist es noch zirka zwanzig Minuten zu Fuss. Kurz bevor wir ins Dorfzentrum kommen, hält uns ein Ranger an. Er fragt, was wir heute gemacht hätten. Wir erzählen, dass wir ein wenig um die Insel gelaufen seien. Er fragt, ob wir oben im Wald waren. Wir entschliessen uns, die Wahrheit zu sagen. Er erklärt, dass sie auch von der Seite, von welcher wir den Weg begangen hätten, eine Tafel anbringen müssen. Er möchte wissen, ob wir auch nicht vom Weg abgegangen seien und ob wir nichts mitgenommen hätten. Wir bestätigen, dass wir weder noch getan haben. Die Konsequenzen zeigt er uns nichtsdestotrotz auf. Scheinbar könnte er uns bei Interpol melden. Wir würden dann mit unserem Boot ständig angehalten und durchsucht werden. Da wir es nicht wussten und keine Echsen mitgenommen haben, verzichtet er auf diese Massnahme. Einmal mehr mit einem liebevollen Rüffel davongekommen. Ein wenig ein Flair für das Verbotene scheinen wir zu haben. Nun noch die Früchte und Obst einkaufen und retour aufs Boot.
Nur wenige Seemeilen von Frigate Island befindet sich Palm Island. Eine weitere Insel mit weissem Sandstrand, türkisfarbenen Meer, Palmen und sonst nicht viel mehr. Vor dem Resort hat es Bojen. Einheimische bestätigen uns, dass wir an dieser festmachen dürfen. Mit Maske, Schnorchel und Flossen beladen geht es ab ins Wasser. Ein Wrack einer Segelyacht ist von der Oberfläche aus zu sehen. Wir schnorcheln zu diesem und bestaunen es mit gemischten Gefühlen. Das war einmal ein schönes Segelboot. Der Mast liegt noch gut erhalten am Meeresgrund. Ein grosser Barrakuda ist unter dem Rumpf eingezogen. Weiter schnorcheln wir zum weissen Strand. Sobald wir die Insel betreten haben, kommen zwei Amerikaner angelaufen. Nach einem kurzen Gespräch gehen sie, fasziniert von unserer Reise, zurück auf ihre Liegestühle und wir auf unsere Pagsinta. Der Wind hat etwas gedreht. Zum Glück sind wir von Spanien her noch abgehärtet, bezüglich des Swells. Wir hatten bereits gelesen, dass die wenigsten Boote über Nacht bleiben, weil es sehr schauklig sein soll. Da es bereits Abend ist, nehmen wir eine schauklige Nacht in Kauf.
Die Tobago Cays halten, was sie versprechen. Die Farben sind atemberaubend. Die kleinen Inseln und das Riff sind kitschig schön. Nachdem wir an einer Boje festgemacht haben, schwimmen wir an Land. Bereits nach wenigen Minuten begegnet uns der erste Leguan. In wenigen Minuten ist die Insel überquert. Zurück auf dem Boot wassern wir das Dinghy ein und gehen mit diesem zur Nachbarinsel. Dort soll es von Schildkröten wimmeln. Kaum abgetaucht, sehen wir einen Adlerrochen und bereits die ersten Suppenschildkröten. Diese sind sich an den Menschen scheinbar gewöhnt. Sie lassen sich nicht beirren und tauchen dicht neben uns auf, um Luft zu holen. Ein Naturschauspiel der speziellen Klasse.
Am nächsten Morgen schnorcheln wir nochmals an den nahegelegenen Strand, um die Insel zu überqueren und dann unser Schnorchel-Abenteuer zur Schildkröten-Insel fortzusetzen. Da wir gegen die Strömung anpaddeln müssen, kommen wir etwas müde auf Baradal, der Schildkröten-Insel an. Nach einem kurzen Verschnaufen am Strand, gehen wir barfuss zum höchsten Punkt der Insel. Dieser ist in wenigen Minuten erreicht. Beim Abstieg werden wir mit einem Nashorn Leguan belohnt. Er ruht entspannt auf einem Ast. Über mehrere Minuten dürfen wir dieses drachenartige Tier bestaunen. Zurück am Strand schnorcheln wir noch etwas mit den Suppenschildkröten und den Amerikanischen Stechrochen. Erfüllt und hungrig kommen wir zurück zu unserem schwimmenden Zuhause. Am Nachmittag schnorchelt Conny noch zur nächsten Insel Petit Rameau. Die Strömung ist sehr stark, so dass Conny beschliesst an Land zu gehen und ein paar Meter zu Fuss zurückzulegen. Da offenbart sich ihr ein Weg. Diesem folgend, kommt ein verlassender Strand. Ausser Leguan- und Vogelspuren gibt es hier nichts. Das muss aufgesogen werden. Voller Dankbarkeit setzt sie sich an den Strand. Nur schade, dass sie diesen Strand nicht mit Stef teilen kann. Hoffentlich macht sich dieser keine Sorgen, da sie bereits eine Weile weg ist. Nun lieber langsam zurückgehen. Als Conny am Stand, bei welchem sie ihre Flossen deponiert hat, ankommt, sieht sie, wie Stef gerade das Dinghy besteigt. Sie winkt und Stef kommt angerauscht. Voller Freude darf nun der idyllische Strand doch noch gemeinsam besucht werden. Kurz bevor wir zurück gehen möchten, sehen wir mehrere Seemöwen ins Wasser stechen. Was geht da wohl ab? Es muss von Fischen wimmeln, denn wir sehen neben den Möwen nun auch einen kleinen Schwarzspitzen- Riffhai. Was für ein Naturschauspiel.
Die weiteren Tage geniessen wir mit Schnorcheln im kristallklaren, türkisfarbenen Wasser. Es gibt unzählige Schildkröten. Grosse und kleine und teilweise 6 auf einen Blick. Wir bekommen fast nicht genug von diesen alten Reptilien. An Land machen wir uns auf Leguan- Suche. Am letzten Tag gelingt es uns, einen Nashorn Leguan vor die Linse zu bekommen. Ein paradiesisches Leben.






