07.03-13.03.25 – Idylle im Dschungel
Nachdem wir mit der Marina betreffend der Rechnung über zwei Stunden gefeilscht haben, legen wir am frühen Nachmittag ab. Die kurze Fahrt von zwei Stunden zum Rio Chagres fahren wir unter Motor. Der Motor soll richtig gebraucht werden. Der Wind ist ebenso für uns, darum hissen wir zusätzlich das Vorsegel. Jetzt nimmt Pagsinta erst richtig fahrt auf und wir rauschen mit über sieben Knoten über die, wie gewohnt hakigen Wellen. Umso schöner ist es, als wir in die Flussmündung einlaufen. Die Wellen stellen ab. Wir fahren auf spiegelglattem Wasser den Fluss hoch zum Ankerplatz. Der Dschungel begrüsst uns. Es ist um uns herum grün in den verschiedensten Tönen, die Affen brüllen, die Vögel zwitschern. Wir sind an einem unbeschreiblich schönen, idyllischen Ort angekommen. Die ersten beiden Ankerversuche scheitern. Der Anker greift nicht. Obwohl wir auf zirka neun Metern versuchen zu ankern, läuft alles entspannt ab. Stef muss viel Muskelkraft aufwenden, um den Anker zu heben. Wir haben viel Platz und alle Zeit der Welt. Stef kann sich die benötigte Zeit und genügend Ruhepausen gönnen, sodass alles in Ruhe glückt. Wir suchen eine neue Stelle und versuchen bei knapp sieben Meter unser Glück. Zack der Anker greift, wir sind angekommen. Der Fluss ist bekannt für seine vielen Krokodile. Ankertauchen sparen wir uns entsprechend. Conny backt ein Brot für den anstehenden Geburtstag, Stef spielt Ukulele. Die Ruhe dieses Ortes lässt uns in Kürze die ganze Anspannung der Marina ablegen. Wie so oft im Segelleben, sind die Emotionen auf beide Seiten sehr intensiv. Wir strotzen vor Glück, an diesem traumhaften Ort sein zu dürfen.Stef’s Geburtstag ist angebrochen. Zu Beginn gibt es ein ausgewogenes Frühstück mit Eiern, Käse, Wurst, Brot und Früchten. Der Kaffee und die heisse Schoggi dürfen nicht fehlen. Am Nachmittag erkunden wir mit dem Dinghy den kleinen Nebenarm des Flusses. Die Spieglung der Bäume und die Geräusche sind noch intensiver. Wir sind mitten im dichten Dschungel. Was für ein schöner Ort, um den Geburtstag zu feiern. Am späteren Nachmittag gibt es leider noch ein wenig Action. Als Nachbarn haben wir ein fünfzehn Meter langes Schweizer Boot. Als sie mit dem Dinghy unterwegs waren und wir im Nebenarm vom Fluss, wurde bei ihnen eingebrochen. Es wurde nichts beschädigt. Leider fehlen viele Wertgegenstände. Ihre ganze Tauchausrüstung, inklusive Tauchtanks ist weg. Wir helfen ihnen, um mit der Küstenwache Kontakt aufzunehmen und Stef fährt mit unsere Dinghy die anderen Boote im Fluss ab, um nachzufragen, ob jemand etwas gesehen hat. Niemandem ist etwas aufgefallen. Ganz wollen wir uns Stef’s Tag nicht verderben lassen. So gart Conny das Filet langsam im Omnia-Backofen, bereitet eine Sause zu und kocht, sobald Stef zurück ist, die Teigwaren. Ein Schlemmermahl zum speziellen Tag mit einer guten Flasche Wein. Ein unvergesslicher Abend. Die nächsten Tage geniessen wir und tauchen vollends in die sagenhafte Dschungelwelt ein.
14.03.-19.03.25 – Zurück in der Shelter Bay
Am späteren Morgen laufen wir in der Shelter Bay Marina ein. Wir sehen direkt Jassir, unseren Mechaniker. Er bestätigt uns, dass er um vier Uhr abends vorbeikommt. Wir räumen die Hundekoje einmal mehr aus, damit er alles begutachten kann. Was sehen wir da, der eine Katamaran, den wir im Blickfeld haben, ist tatsächlich Amira. Unsere Freunde von Curacao hier wieder zu treffen, hätten wir nicht erwartet. Was für eine Freude. Wir gehen auf einen kurzen Austausch vorbei. Kurz nach vier kommt Jassir vorbei. Seiner Meinung nach verlieren wir zu viel Öl. Er möchte engere Abdichtungsringe besorgen und diese am 18. März austauschen. Für uns bedeutet dies, dass Pagsinta nochmals kurz ausgewassert wird. Sie werden uns in den Gurten lassen, bis die Arbeit verrichtet ist und direkt wieder Einwassern. Die Arbeit geht auf Garantie. Gerne nehmen wir dieses Angebot an.
Am Abend findet das grosse Wiedersehen statt. Wir geniessen mit der Besatzung von Amira und Nola ein Abendessen. Es ist immer ein Geschenk, alte Bekannte zu treffen. Speziell auf die Geschichte der Nola sind wir gespannt. Sie haben leider aus heiterem Himmel ihren Mast verloren. Zum Glück wurde niemand verletzt. Da sie nun Zeit haben, freuen wir uns, sie als Leinenhelfer durch den Kanal an Board zu haben. Für uns eine grosse Freude, den Kanal doch noch mit Freunden, statt mit Unbekannten zu durchqueren.
Die letzten Tage vor der Durchquerung sind für uns mit ein paar Vorbereitungen verbunden. Einkaufen; Cruising Permit abholen (diese benötigt man in Panama, wenn man sich mit seinem eigenen Schiff bewegen will); Vorkochen; Solarpanelle abmontieren, damit sie durch den Kanal nicht beschädigt werden; nochmals die Waschmaschine der Marina nutzen; Leinen und zusätzliche Fender vom Agenten in Empfang nehmen und die ein oder andere kleine Bootsarbeit. Die Homepage und Fotos möchten wir auch endlich wieder ajour bringen. Die Abende sind ausgefüllt mit schönen Gesprächen, Geschichten und vielen Lachern mit den vielen Bekannten in der Marina. Eine ausgefüllte und erfüllte Zeit im Hafen. Und endlich stehen wir kurz vor einem der langersehnten Highlights unserer Reise: Die Durchquerung des Panamakanals.




