09.12.-14.12.2025 – Ubud, Bali, Indonesien
Irgendwo befiehlt unsere Wander- App, hier abzweigen. Wir steigen eine verwitterte Strasse hoch, biegen um eine Häuserecke und finden uns inmitten der Reissfelder wieder. Der schmale Weg führt uns an den Wasserkanälen, ähnlich der Walliser Suonen, entlang durch die reifen Reisfelder. Die weitläufigen Reisterrassen sind ein malerischer Anblick. Ab und zu drückt die Sonne durch die Wolken und taucht die Landschaft in grün goldene Farbtöne. Am Wegrand offeriert uns ein Bauer eine Kokosnuss. Kurz darauf sind wir zurück auf der Strasse und alsbald befinden wir uns bei den berühmten Tegalalang Reisterrassen. In diesem schmalen Tal ist jeder kleine Fleck ein Reis Beet. Ein einmaliger Ort, welcher viele Touristen anzieht. Mit ihnen wird hier viel Geld gemacht. So gibt es nicht nur teure Restaurants mit Infinity Pools. Es gibt auch Riesenschaukeln, auf denen man für verhältnismässig viel Geld ein Foto von sich schiessen lassen kann. Dieser Trubel ist nichts für uns. Wir steigen ins Tal hinab, überqueren eine Bambusbrücke und sind dem Touristentrubel bereits wieder entkommen. Nicht aber dem Regen. Der fängt gleich in Strömen an zu schütten. Bei einem kleinen Tempel finden wir Unterschlupf. Nach wenigen Minuten lässt der Regen nach und wir suchen unseren Weg weiter durch den Dschungel und die Reisterrassen. Natürlich war es das noch nicht mit dem Regen. Bereits gut durchnässt finden wir den nächsten Unterstand. Ein Bauer döst unter dem kleinen Dach. So hoffen wir unter dem Sonnenschirm etwas Schutz zu erhalten. Als er uns bemerkt, lädt er uns unter sein Dach ein. Es regnet und regnet. Wir kommen immer mehr ins Gespräch. Der kleine Bauer arbeitete auf Kreuzfahrtschiffen und hat mehr Orte als wir bereist. Unglaublich, wo er schon überall gewesen ist. Ein sehr schöner Austausch über unsere Reisen, macht das Warten bis der Regen aufhört sehr kurzweilig. Vieles was wir über die balinesische Kultur noch nicht wussten, dürfen wir von ihm lernen. Er erklärt uns den Weg und wir stapfen durch die gefluteten Wege. Bei einem, nun reisenden Bach machen wir Halt. Wie sollen wir hier rüberkommen? Ein einzelner Bambusstamm liegt über dem Bach. Das ist uns nun doch etwas zu gewagt. Wir kämpfen uns zurück. Als wir wieder beim Bauern sind, meint dieser nur, ah ja, der Bambus ist jetzt vielleicht etwas glitschig. Er erklärt uns einen anderen Weg, wo es eine gute Metallbrücke gibt. Auf halbem Weg kommt der Regen zurück. Klitschnass klettern wir über die besagte Brücke und steigen die Treppen hoch zur Strasse. Nach langem Suchen und hartem Verhandeln finden wir einen Fahrer, welcher uns zurück in unsere Unterkunft bringt.
Nach dieser Wanderung mieten wir heute ein Moped. Mit dem Moped durch Bali zu düsen ist einfach geil. Wir fahren nach Ubud. Das einstmals kleine, künstlerische Dorf ist zu einem Touristenzentrum mit vielen Einkaufsmöglichkeiten geworden. Wir lassen das Moped stehen und schlendern durch die Strassen. Es ist leider nicht mehr das verträumte Ubud, wie wir es noch gekannt haben. So fahren wir weiter zu einem Wasserfall. Etwas Natur ist immer schön. Doch auch hier haben die Touristen überhandgenommen. Wir lassen uns nicht entmutigen und schauen den Wassermassen ein wenig bei ihrem Sturz zu. Zurück in unserem kleinen Paradies heisst es bereits wieder packen. Wir freuen uns auf das folgende, langersehnte Kapitel.
15.12.-21.12.2025 – Raja Ampat, Das letzte Tauchparadies
Sorong, das Tor nach Raja Ampat mit einem lokalen Flughafen und der Ausgangspunkt für unsere Safari, hält was es verspricht. Es ist eine Stadt ohne Flair. Nach dem Abendessen, in einer kleinen Oase dieser Stadt, gehen wir direkt zurück ins Hotel. Am nächsten Morgen holt uns Vighi, unser Safari-Leiter, ab. Ein sehr sympathischer Indonesier. Mit dem Beiboot geht es auf die Situju7, unser Zuhause für die nächste Woche. Es ist noch nicht lange her, dass wir mit dem eigenen Beiboot «nach Hause» gefahren sind. Entsprechend geniessen wir diese Fahrt übers Wasser. Die Situju7 ist genau, wie wir es erhofft haben. Mehrere kleine Wohlfühlorte, ohne dass es ein luxuriöses Boot wäre. Eine lokale, authentische Phinisi, welche durch das viele Holz ganz viel Wärme verströmt. Bereits am ersten Tag geht es für den «Check-Dive» ins Wasser. Bewusst hat Vighi einen einfachen Tauchplatz mit wenig Strömung gewählt. Die Riffe sind in einem gesunden Zustand. Für uns bereits eine grosse Freude. Stef kann sein Glück kaum fassen. Eine grosser Wunsch war für ihn einen Wobbegong (Teppichhai) zu sehen. Dieser ist typisch für Raja Ampat und kann an wenigen anderen Orten gesichtet werden. Wir sehen tatsächlich bereits den ersten Wobbegong, und das beim gemäss Briefing unspektakulären «Check-Dive». Nach dem Tauchgang lichtet die Crew den Anker und fährt zum nächsten Ort. Für uns ein grosser Luxus. Noch während wir uns umziehen und duschen, fährt das Boot ohne unser Zutun. Mit einem Bier klingen wir den Tag auf dem Oberdeck aus. Ein paar Delfine springen in der Ferne aus dem Wasser. Die Nacht verbringen wir an einem Zwischenstopp. Am frühen Morgen, als wir noch am Schlummern sind, bewegt sich unser Zuhause an den nächsten Tauchspot. Kurz nach dem Frühstück schleppt die Crew die Tauchausrüstung auf das Beiboot und wir tauchen in die Leichtigkeit ab. Conny weiss nicht, was sie knipsen soll. Es wimmelt von grossen Fischen. Ein riesiger Schwarm von Füsilieren lockt diverse Makrelen und einen Schwarm von Barakudas an. Bei einem kleinen, gesunden Korallenblock tummeln sich hunderte von grossen Süsslippen. Sämtliche Fische sind viel grösser und zahlreicher als wir es auf der Reise bis dahin gesehen haben. Die Tauchgänge erinnern an die Unterwasserwelt vor zwanzig Jahren.
Es ist unglaublich von all diesen Fischen umgeben zu sein. Der Freude-Jauchzer beim Auftauchen kommt aus tiefstem Inneren. Es gibt wahrhaftig noch ein Tauchparadies. Zwischen den Tauchgängen geniessen wir das Sein auf dem Boot und den Austausch mit den anderen Gästen. Wir sind gesamthaft neun Gäste. Die meisten Mitreisenden haben superspannende Hintergründe, weshalb sich viele schöne Konversationen ergeben. Am Abend besuchen wir eine lokale Insel. Wir schlendern über den Sand zwischen den Häusern. Plaudern so gut es geht mit ein paar Kindern, welche ein wenig Englisch sprechen und trinken zum Abschluss eine frische Kokosnuss. Ein gelungener Tag. Die nächsten Tage laufen im ähnlichen Rahmen ab. Was wir an der gewählten Tauchsafari sehr schätzen, ist die Einfachheit. Unser lokaler Guide bringt uns nicht nur zu bekannten Orten wie Piaynemo, sondern auch zu einem abgelegenen Wasserfall. Um dorthin zu kommen, fährt das Beiboot in die Mangroven und wir balancieren über teils «Brücken», welche aus einem einfachen Brett bestehen. Ausser uns ist an diesem Wasserfall weit und breit kein anderer Tourist. Genau nach unserem Geschmack. Jeden Tag machen wir zwei bis drei Tauchgänge. Die Unterwasserwelt ist traumhaft. Würden wir hier alles, was wir gesehen haben, aufzählen, entstünde ein ganzer Fischführer. Zu den Highlights gehören auf alle Fälle die prächtigen Korallen, Riesenmantas, unzählige grosse Schwärme; Schildkröten, in völliger Entspanntheit; Wobbegongs bei jedem Tauchgang und zweimal sogar freischwimmend. Unser Tauch Guide hat zudem ein sehr geübtes Auge, um uns die ganzen Kleinstkreaturen zu zeigen. Wir erspähen mehrere 2mm grosse Pygmäen Seepferdchen, ebenso kleine Hohlkreuzgarnelen und diverse Nacktschnecken. Die Tauchsafari hat unsere hohen Erwartungen übertroffen. Ein grosser Traum von uns beiden hat sich erfüllt. Nach den zwölf Taugängen sind unsere Ohren allerdings am Anschlag. Wir konnten alle Tauchgänge geniessen, aber mehr würde nicht gehen. Conny hat leider eine ausgewachsene Gehörgangs- Entzündung eingefangen. Die Reiseapotheke beinhaltet Ohrentropfen mit Antibiotikum und starke Schmerzmittel. So kann sie die Entzündung im Schach halten.
22.12.-27.12.2025 – Zurück auf Bali, Weihnachten in «Kuta»
Immer wieder reisen wir gerne nach Bali. Unsere Unterkunft für die nächsten Tage ist in Legian. Dies ist der Ortsteil direkt neben Kuta. Conny verbringt den ersten Tag im Bett, um die Ohrenentzündung weiter auszukurieren. Stef ist fleissig am Computer und entwickelt die vielen Fotos von unserer Tauchsafari. Grandios, wie die Bearbeitung der Fotos diese auf Hochglanz poliert. Stef hat um die Ecke einen Ukulele-Shop entdeckt. Der Ukulelen-Bauer fertigt die Instrumente in seiner kleinen Werkstatt mit heimischem Holz. Die Liebe, welche er in jedes Instrument steckt, ist zu spüren. Das Holz für eine Ukulele ruht für über ein Jahr, damit es sich nicht mehr verformt. Die Schnitzereien sind detailgetreu und wunderschön abgebrannt, um eine natürliche Verfärbung zu erreichen. Der volle Klang der Instrumente ist erstklassig. Wir kaufen uns auf dieser Reise bereits die zweite Ukulele. Diese rundet unsere geliebten Instrumente perfekt ab. Wir haben eine Konzert-Ukulele aus der Schweiz, eine klanglich hohe Ukulele aus Französisch-Polynesien und nun eine tief klingende Tenorukulele aus Bali. Der Ukulele-Macher erzählt nebenbei, er sei leidenschaftlicher Heiler. Anderen Menschen zu helfen, lässt sein Herz erstrahlen und dies mache ihn glücklich. Wir beide erhalten eine kurze, intensive Heilbehandlung. Unglaublich, er massiert und stimuliert genau die richtigen Punkte. Unsere Gemüter und Augen strahlen nach dieser Behandlung enorm. Wir fühlen uns viel leichter und energetisierter. Unsere Dankbarkeit ist kaum in Worte zu fassen. Wir fragen, ob wir ihm etwas geben dürfen. Er strahlt uns an und meint, sein Ausgleich sei, dass er uns helfen durfte. Wir haben einen talentierten Ukulelen-Bauer getroffen und einen beeindruckenden Heiler kennengelernt. Das Leben ist voller Wunder. Am nächsten Tag erkunden wir Kuta. Wir beide waren vor fast zwanzig Jahren hier. Wir sind gespannt, was sich alles verändert hat. Schade, aus dem einst coolen Surfer-Ort, wurde ein reines Party-Gebiet. Wir tauschen uns mit einem Einheimischen am Strand aus. Früher gab es am ganzen Strand vier Bars. Heute sind es neunundzwanzig. Entsprechend leer sind die meisten. Viele Touristen sind dieses Jahr scheinbar nicht angereist. Vermutlich aufgrund der vielen negativen Schlagzeilen über Indonesien in den Medien. Die vielen Verkaufsstände und der Abfall am Strand machen diesen einst traumhaften Strand kaputt und zu einem Ort ohne Flair. Wir schlendern retour nach Legian. Die vielen Surfer-Läden auf dem Weg bieten sich an, um das ein oder andere sehr abgenutzte Shirt zu ersetzten. Ausserdem machen wir das wohl letzte Packet in die Schweiz. Auf dieser Reise werden wir nicht mehr Tauchen, weshalb wir das ganze Tauchgerödel und ein paar Souvenirs aus Bali nach Hause senden. Am 24. und 25. Dezember telefonieren wir mit unseren Familien.
Speziell an Festtagen fehlen uns unsere Liebsten. Für uns fühlt es sich ausser den weihnachtlichen Telefonaten nicht wie Weihnachten an. Nach dem schönen Austausch mit der Familie am 25igsten suchen wir unsere Lieblings-Bar von damals auf. Es gibt sie tatsächlich noch. Das Beste ist, dass nach wie vor lokale Rock-Cover-Bands auftreten. Die Stimmung ist wie damals. Das Publikum in unserem Alter. Wir pogen und singen bis tief in die Nacht. Die letzten zwei Tage in Bali lassen wir ruhig angehen. Wir erholen uns von der Party-Nacht, was mittlerweile etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt als damals. Am Abend vom 27igsten steigen wir in den Minibus, welcher uns nach Malang auf Java fahren wird. Keine Ahnung, was der Fahrer intus hat. Seine hibbelige, aufgeputschte Art, lässt jedoch vermuten, dass er nicht ganz clean ist. Sein Fahrstiel macht diese Reise durch die Nacht zur vermutlich gefährlichsten Fahrt auf dieser Reise. Hupen und Überholen. Links oder rechts ist egal. Ob er den kommenden Verkehr hinter der nächsten Kurve sieht oder nicht spielt keine Rolle. Rasend schnell von der einen Spur auf die andere. Die kurze Fahrt von Bali nach Java mit der Fähre um Mitternacht lässt uns die Beine vertreten und das Gemüt kurz beruhigen. Ganz nach indonesischem Stil hat es unzählige, scheinbar völlig unkontrollierte Fähren. Wir sind froh, dass wir mit unserer kleinen Pagsinta nicht zwischen diesen Riesen manövrieren müssen. Auf Java geht die Horrorfahrt noch sechs Stunden weiter. Immer wieder nicken wir kurz ein. Wenigstens fährt uns unser Fahrer direkt vor unsere Unterkunft. Ziemlich gerädert erreichen wir am frühen Morgen Malang.
28.12.-30.12.2025 – Malang, im brodelnden Herzen von Java
Erschöpft von der Fahrt buchen wir gleich das nächste Abenteuer. Um Mitternacht soll dieses losgehen, deshalb nehmen wir es sehr gemütlich. In einem belgischen Kaffee geniessen wir erstmals ein reichhaltiges Frühstück. Anschliessend schlendern wir durch die dreckige, laute und vom Verkehr dominierte Stadt. Wir finden den lokalen Haustiermarkt. Was wir hier sehen, lässt die Haare sträuben. Katzen, Affen und Leguane in kleine, dreckige Käfige gepfercht. Küken in bunten Farben gesprayt. Kleine Häschen in Kartonschachtel präsentiert. Spannend zu sehen, doch wie die Indonesier mit diesen Tieren umgehen, entspricht nicht ganz unserer Vorstellung von artgerechter Haltung. Kurz darauf erreichen wir den Bahnhof. Hier werden wir von einer Mitarbeiterin herzlich begrüsst und durch den Bahnhof geführt bis zum Ticketschalter auf der anderen Seite. Wir buchen ein Bahnticket nach Yogyakarta und sind froh, in drei Tagen wieder von hier wegzukommen. Früh gehen wir zu Bett und versuchen ein wenig zu schlafen bis der Wecker kurz vor Mitternacht wieder klingelt. Wir werden mit dem Jeep abgeholt und fahren in die Berge nach Bromo. Im Dunkeln erreichen wir den Kraterrand des riesigen, teils erloschenen Vulkans. Wir brausen durch die holprige weglose Landschaft. Auf der anderen Seite geht es die Kraterwand hoch zum Bergdorf Bromo. Kurz nach drei Uhr erreichen wir unseren ersten Stopp. Wir steigen die steilen Wege hoch bis zum Aussichtspunkt. Wir sind früh dran. Es hat erst wenige andere Schaulustige, welche den Sonnenaufgang geniessen wollen. Wir setzten uns zuvorderst auf das Podest und starren in die Dunkelheit. Nicht abzuschätzen, was für ein Panorama sich bald zeigen wird. Langsam wird es heller und die Landschaft gleitet ins Licht. Wir überschauen den ganzen Sea of Sand. Den erloschenen Krater. Inmitten dieser bizarren Landschaft erheben sich zwei neue Vulkane. Der kleine Mount Bromo raucht fortwährend. Im Hintergrund ist der grosse Semeru zu sehen. In regelmässigen Abständen stösst auch dieser eine gigantische Rauchwolke aus.
Zusammen mit dem sich bildenden Nebel und der Färbung des Sonnenaufganges ein Naturschauspiel sondergleichen. Um sechs Uhr, im Tageslicht, fahren wir runter, zurück in den Krater in die Nähe von Mount Bromo. Nach einer halbstündigen Wanderung erreichen wir den Kraterrand dieses ewig rauchenden Vulkans. Es riecht stark nach Schwefel, als wir in den Krater hineinspähen. Unter uns muss es richtig brodeln. Wir stehen an einer sehr aktiven Stelle, des berühmtberüchtigten Pazifischen Feuerrings. Der letzte Stopp unserer morgendlichen Reise ist beim Ausgang von Sea of Sand. Hier blüht es in allen Farben. So zerstörerisch Vulkane sein können, so viel Leben bringen sie auch zum Vorschein. Bereits um elf Uhr sind wir zurück in unserer Unterkunft und wir holen endlich unseren Schlaf nach. Der letzte Tag in Malang führt uns durch die «Colourfull Village». Diese Slums wurden als Studentenprojekt in verschiedenen Farben prächtig angemalt. Es macht Spass durch die sauberen und bunten Slums zu spazieren. Die Leute sind freundlich und lachen uns zu. Wenn die Slums das Schönste sind, was eine Stadt zu bieten hat, kann man sich den Rest vorstellen.
31.12.25-05.01.2026 – Neujahr in Yogyakarta
Von Malang fahren wir mit dem Zug durch das ländliche Java. Die Landschaft ist geprägt von den vielen Reisfeldern, kleinen Dörfern, Flüssen und vereinzelten Wäldern. Wir geniessen es in unserem Lieblings-Transportmittel (Pagsinta ausgenommen) zu sitzen und aus dem Fenster zu schauen. Sechs Stunden später sind wir in Yogyakarta. Das Gedränge der Leute, die lauten, übersteuerten Durchsagen und die dröhnenden Dieselloks machen die Ankunft zur Herausforderung. Wir bestellen uns rasch ein Taxi über die App und sind froh, als wir dem Gewimmel entkommen. Wir fahren etwa zwanzig Minuten bis zu unserer ländlichen Unterkunft. Eine Villa im traditionellen Stil direkt an einem Bach. Endlich wieder einmal durchatmen. Vom nahegelegenen Restaurant bestellen wir unser Abendessen und geniessen die Stille. Heute ist der viel gefeierte Jahreswechsel. Wir gehen jedoch früh ins bequeme Bett und rutschen im sanften Schlaf ins neue Jahr. In Yogyakarta steht der weltgrösste buddhistische Tempel «Borobudur». Diesen wollen wir heute erkunden. Mit dem Moped fahren wir durch kleine Dörfer, gewundene Strassen und über eine baufällige Brücke. Bei «Borobudur» sind wir erst einmal von der gewaltigen Infrastruktur und den vielen Touristen überwältigt. Wir fügen uns in den Strom und lassen uns mit einem Elektrogefährt zum Anfangspunkt bringen. Nur mit einer geführten Tour, kann man den Hauptteil dieses imposanten Werkes entdecken. «Borobudur» wurde im 9. Jahrhundert erbaut. Insgesamt sind 2672 Reliefs in den Stein gemeisselt und es gibt 504 Buddha Statuen. Leider wurden bei zirka der Hälfte der Statuen, durch Vandalismus, der Kopf abgeschlagen. «Borobudur» ist in 10 Stufen auf einen Hügel gebaut. «Boro» heisst Hügel, «Budur» Tempel. Der unterste Gang ist 3 Kilometer lang. Ein Mönch benötigt drei Monate, bis er sich auf der 10 Stufe nahe dem Nirvana befindet. «Borobudur» ist ein sehr eindrücklicher Ort. Schade, wurden die vielen Statuen wegen dem Geld verschandelt.
Bei Yogyakarta gibt es noch einen Hindutempel, «Prambanan». Auf ein weiteres Touristenziel haben wir jedoch keine Lust. So fahren wir heute durch immer kleinere Strassen in ein Wandergebiet. Die eine steile Strasse war zu viel für unser kleines Motorrad. Conny muss absteigen und eine kurze Strecke gehen. Bei Nglanggeran stellen wir unser Gefährt ab und machen uns auf den Aufstieg. Das geologisch interessante Gebiet stellt uns immer wieder vor kleinere Herausforderungen. Es gibt riesige Felsspalten, in denen wir gerade so Platz finden, um durchzugehen. An steileren Stellen sind immer wieder Treppen oder Leitern installiert. Es macht Spass sich in diesem Gebiet zu bewegen. Nach einer knappen Stunde erreichen wir den Gipfel. Unser Blick schweift in die Weite über die Reisterrassen und die umliegenden Berge. Es geht weiter auf der Strasse. Stef geniesst das Fahren und Conny navigiert vom Hintersitz. Es macht Spass über diese schmalen Landstrassen zu fahren. Nach einer Dreiviertelstunde erreichen wir einen speziellen Aussichtspunkt. Einmal für viele Touristen angedacht, kommt heute anscheinen kaum jemand her. Trotzdem zahlen wir den kleinen Obolus. Es gibt verschiedene Aussichtsplattformen. Eine stellt sogar Ross und Wagen dar. Etwas kriminell aufgebaut ist dies alles schon, wie so üblich in Indonesien. Wir amüsieren uns und geniessen kurz die Aussicht bis wir durch die gewundenen Strassen wieder zurückdüsen.
Eine spannende Zeit in Indonesien geht zu Ende, doch wir wissen, es wird nicht das letzte Mal sein, das wir dieses grosse, vielseitige Land bereist haben.











