30.01.-05.02.2026 – Laos, einfach gemütlich
Am späteren Nachmittag treffen wir in unserer Unterkunft in Houayxay ein. Das Gepäck abladen und ab zum Longboat Steg, damit wir unser Ticket für die morgige Weiterfahrt buchen können. Auf dem Weg zum Terminal spielen wir mit dem Gedanken einen Tag in diesem entspannten Örtchen zu verbringen. Der Ticketschalter ist bereits geschlossen, als wir am Steg ankommen. Nicht weiter tragisch, so ist bei einem Hafenbier die Entscheidung gefallen. Wir bleiben eine zusätzliche Nacht. Ein grosser Pfeil kündet eine Roof Top Bar an. Durch die Häusergassen gehen wir dem Pfeil nach. Sieht nicht vielversprechend aus. Auf dem Dach angekommen, sind wir überwältigt. Die Sonne geht über dem Mekong und neben dem Tempel in Thailand, welches auf der anderen Uferseite ist, unter. Schön, hier etwas Zeit zu haben. Den Tag in diesem verschlafenen Ort verbringen wir gemütlich. Nach einem ausgiebigen Frühstück schlendern wir durch die Strassen. Da treffen wir ein Schweizer Ehepaar. Sie sind ebenfalls von Frankreich nach Australien gesegelt. Logisch gibt es einander viel zu berichten und wir schätzen den Austausch mit ihnen sehr. Unser Ticket für das Boot am nächsten Morgen ist organisiert. Der Tag verflog.
Heute Morgen werden wir mit ein wenig laotischer Verspätung mit dem TukTuk abgeholt und zum Fährensteg gefahren. Zum Glück sind wir vor den meisten anderen Touristen beim Boot. Mit Handzetteln sind die Sitze nummeriert. Wir haben die 185 und 186. Die Nummerierung geht bis 100. Kurzerhand nimmt Stef die 85 und 86, platziert sie wo er sie möchte, und setzt sich hin. Die Plätze geben wir nicht mehr her. Denn als das Boot bereits voll ist, steigen immer noch mehr und mehr Touristen ein. Diese müssen sich hinter dem Motorenraum auf den Boden setzten. Wir legen ab. Eine traumhafte Kulisse eröffnet sich am Ufer des Mekong. Die bewaldeten Hügel bilden die tiefe, teils sandige, teils steinige Schlucht. Immer wieder kommen wir an kleinen Siedlungen vorbei. Fleissig werden Kleider und Gold gewaschen. Zwischen den Felsen klemmen lange Bambusruten und warten auf den Fang. Kühe sonnen sich am Sandstrand oder baden im Fluss. Der Bootsführer steuert das lange Boot gekonnt an den Stromschnellen und Felsen im trüben Fluss vorbei. Am frühen Abend treffen wir in Oudomxay ein. Hier verbringen wir eine Nacht, bevor es am nächsten Tag nach Luang Prabang weiter geht.
Das kleine Ort besteht aus zig Unterkünften für die Reisenden auf dem Mekong. Das einzige grössere Ort am Fluss. Der zweite Tag auf dem Mekong verläuft ungefähr identisch bis wir am Abend etwas ausserhalb von Luang Prabang eintreffen. Diverse TukTuk Fahrer warten, damit die mehreren hundert Touristen in die Stadt gefahren werden können. Als wir unsere abgelegene Dschungel Lodge dem Fahrer zeigen, meint dieser nur, kommt mal mit in die Stadt, dort schauen wir weiter. Nach einigem Verhandeln finden wir uns bei einem Preis, welcher für beide Parteien stimmig ist. Bevor es losgeht, kauft der Fahrer Wasser. Die anderen Taxi-Fahrer lachen, als er unsren Ort preisgibt. Bald wissen auch wir warum. Auf halben Weg muss er das Wasser nachfüllen, um den strapazierten Motor zu kühlen. Über eine Schotterpiste geht es bergauf in die Natur. Perfekt, genau das wollten wir. Die vielen Städte haben bei uns eine Sehnsucht nach Ruhe und Natur ausgelöst. Ein Franzose und seine laotische Frau, haben eine kleine Idylle mitten im Nirgendwo erschaffen. Als wir die Frühstückszeit für den nächsten Tag vereinbaren, fragt die Inhaberin etwas schüchtern, ob es auch ein wenig später sein könnte, da morgen die jährige Vollmondzeremonie im Tempel im Dorf sei. Natürlich nehmen wir darauf Rücksicht. Wir fragen sie, ob es eventuell möglich sei, sie zu begleiten. Sie freut sich über unser Interesse und nimmt uns gerne mit. Am nächsten Morgen um Sechs machen wir uns auf den Weg ins Dorf. Bei einem kleinen Laden kaufen wir ein paar Getränke für die jungen Mönche und wechseln in kleine Scheine, damit wir den Mönchen etwas geben können. Bevor die Zeremonie beginnt, können wir den Tempel besichtigen. Danach setzten wir uns ausserhalb, neben unsere Gastgeberin auf den Boden.
Sämtliche Dorfbewohner versammeln sich um den Tempel und präsentieren ihren Gaben in speziellen Schalen. Unsere Begleitung erklärt uns jeden Schritt und nimmt uns liebevoll bei der Hand. Der jüngste Mönch schlägt die verschiedenen Gonge. Anschliessend begeben sich die sechs Mönche in den Tempel und beginnen mit dem Gebet. Um den Tempel wird es ruhig und andächtig. Alle beten im Stillen mit. Nach dem Gebet kommen alle Mönche bei der versammelten Gemeinde vorbei und jeder, so auch wir, überreicht seine Gaben. Zum Abschluss begiessen wir mit etwas Wasser eine kleine Pflanze und wünschen uns etwas. Ein weiteres unvergessliches und authentisches Erlebnis auf unserer bereits so erfüllten Reise.
Unser nächstes Reiseziel ist China. Für dieses Land müssen wir uns gut vorbereiten. Wir wissen das viele Apps, darunter alle von Google nicht funktionieren werden. Zudem erwarten wir eine grosse sprachliche Barriere. Wir buchen alle Hotels und Transfers inklusive dem Flug nach Istanbul und eine Unterkunft in der Stadt auf zwei Kontinenten. Laden diverse chinesische Apps und Übersetzungstools herunter, welche unser Leben im Reich der aufgehenden Sonne erleichtern sollten. Noch sind wir in Laos und tauchen in dieses wundervolle Land ein. In Luang Prabang mieten wir einen Roller und eiern über die staubige Schotterstrasse. Wenn uns ein Auto überholt, sehen wir kaum noch was und schlucken eine Ladung aufgewirbelten Dreck. Nach einer Stunde erreichen wir unser Ziel. Der Pfad im Nationalpark führt an einer Auffangstation für heimische Mond- und Sonnenbären vorbei. Wir folgen dem Bachlauf. Kommen an kleinen Wasserfällen und klaren Becken vorbei. Das Schlussbouquet ist der wohl verspielteste und märchenhafteste Dschungelwasserfall, den wir je bestaunt haben. Ein Weg schlängelt sich neben dem Wasserfall hoch und weiter in den Dschungel bis zur Quelle. Hier finden wir eine Höhle. Wir mieten am kleinen Stand eine Lampe und gehen rein. Ohne unser Licht ist es hier stockfinster. In den Felsnischen finden wir einige Buddas platziert. Nach ein paar hundert Metern ist Schluss. Wir drehen um und finden uns in einer weiteren Sackgasse wieder. Von hier sind wir nicht gekommen. Wo ist der Ausgang? Ruhig bleiben. Umdrehen. Beim zweiten Versuch finden wir den Weg und somit auch den Ausgang wieder.
Den letzten laotischen Tag verbringen wir in Luang Prabang. Ein weiteres UNESCO Welterbe. Wir sind uns jedoch nicht mehr sicher, ob dieser Titel und die damit verbundenen Touristenströme, wirklich so gut für die Umgebung ist. Wir schlendern durch die kleine Altstadt und besuchen das nationale Museum im ehemaligen königlichen Palast. Hier erfahren wir vor allem wie das Land von verschiedenen Nationen beeinflusst wurde und wie die königliche Familie gelebt hat. Ein krönender Abschluss für die kurze Zeit, in welcher wir Laos besucht haben.
06.02.-09.02.2026 – Kunming, Kaltstart in China
Etwas ausserhalb von Labuan Prabang ist der Bahnhof der neuen chinesischen Eisenbahn. Highspeed Train. Der Name verspricht viel. Mit 140 km/h fahren wir durch den Norden von Laos in Richtung China. Beim Grenzbahnhof in Laos müssen alle samt ihrem Gepäck aussteigen, durch den laotischen Zoll und wieder auf den reservierten Sitzplatz. Nach kurzer Fahrt das Gleiche in China. Ein bisschen nervös sind wir bei diesem Grenzübertritt. Doch alles geht ohne weiteres und der freundliche Zöllner heisst uns mit einem Lächeln willkommen in China. Um zehn Uhr abends fahren wir in Kunming ein. Alles ist fremd. Sprache, Schrift, System, Kultur, einfach alles. Wir nehmen uns ein Taxi und zeigen dem Fahrer, wo wir hinwollen. Genau weiss er nicht, wo unser Hotel ist. Auf seinem App versuchen wir in den Schriftzeichen und dem Strassengewirr unsere Adresse zu finden. Als wir vor dem richtigen Hotel halten, sind wir zum ersten Mal erleichtert. Conny eilt aus dem Taxi, um noch einchecken zu können, Stef versucht im Taxi mit der chinesischen WeChat App zu zahlen. Funktioniert nicht. Auch das Hotel will zuerst Geld sehen. Zahlen können wir auch hier nur mit dem bei den Chinesen beliebten WeChat. Funktioniert bei uns nicht. Die Kommunikation läuft schleppend über eine Übersetzter App. Englisch kann hier niemand. Stef rennt um die Ecke und findet einen Bancomaten, welcher auch gleich das nötige Bargeld auswirft. Der Taxifahrer kann endlich bezahlt werden und auch das Hotel ist glücklich. Und wir erst! Ja, China ist anders. Komplett. Gut ausgeschlafen erwartet uns das nächste Abenteuer.
Das Frühstück. Ein Kaffeeähnliches heisses Getränk kommt aus dem Automaten. Hui, auf das richtige Schriftzeichen gedrückt. Das Essen ist wie gewohnt in Wärmeschalen hergerichtet. Wir erkennen die gekochten Eier. Sonst nichts. Wir beobachten die anderen Hotelgäste wie sie eine Suppe mit Reisnudeln machen. Wir machen es ihnen nach. Naja, das geht sicher noch besser. Doch wir sind gestärkt für den ersten Tag. Zuerst wollen wir an der Gratiswaschmaschine im Hotel unsere Wäsche machen. Gemäss Booking.com gibt es eine kombinierte Maschine, waschen und trocknen. So viel ist klar. Der Rest...? Unsere Übersetzungs-App kann die Bilder nicht lesen. Alles ist für uns in Hieroglyphen angeschrieben. Wir versuchen die Putzfrau um Rat zu Fragen. Sie stellt etwas ein. Klappt doch prima. Nach einer Stunde kommen wir zurück. Jetzt steht trocknen an. Nochmals Fragen wir um Rat. Die Maschine läuft. Eine Stunde später. Die Wäsche klitschnass. Ein drittes Mal versuchen wir es auf eigene Faust. Das gewählte Programm läuft für drei Stunden. Wir lassen die Maschine ihre Arbeit tun und gehen endlich raus. Schnell fällt auf, dass die meisten Autos Hybrid oder komplett elektronisch fahren. Die vielen Roller sind alle elektronisch. Nicht schlecht. Eine Achtmillionen Stadt ohne jeglichen Smog. Im Vergleich zu Bangkok eine Wohltat. Es ist ruhig und es stinkt kaum.
Doch es gibt zu viele Roller. Nicht auf der Strasse, sondern abgestellt auf dem Gehsteig. An manchen Orten wird es zum Labyrinth und Hindernislauf. Es sind nicht neun Millionen Fahrräder in Peking, wie Katie Melua singt, sondern zwölf Millionen Roller in Kunming. Wir kommen unversehrt in die berühmte Altstadt. Wunderschöne Häuser mit Holzfassaden, geschnitzten Fensterläden und den typischen geschwungen Dächern säumen die Pflastersteingassen. Alles ist mit den roten Lampions geschmückt für das kommende chinesische Neujahr. So stellten wir uns China vor. Anders, aber wunderschön. Wir stechen in einen Laden, welcher Kaffee aus der Provinz Yunnan verkauft. Wir können ihn kosten und schlagen zu. Anschliessend lädt uns der Verkäufer zum Tee ein und zeigt uns, wie man in China Tee trinkt. Ein schönes Ritual beginnt und der Tee schmeckt grandios und ist leicht bekömmlich. In der Sonne erkunden wir die überschaubare Altstadt. Die Temperaturen sind merklich kühler als noch in Laos, sind wir auch bereits auf 1’800 Metern über Meer. Zurück im Hotel sind wir gespannt auf unsere Wäsche. Frisch und trocken wartet sie in einem Zuber auf uns. Perfekt. Geht doch gut mit dem Chinesisch. Das erste Abendessen steht an. Nochmals in die nahegelegene Altstadt und wir suchen ein einfaches chinesisches Lokal auf. Erstes Problem, alles läuft über WeChat. Karte ansehen, Bestellen und bezahlen. Funktioniert bei uns aber nicht. Sprechen mit dem Personal, schwierig. Zum Glück gibt es immer Bilder, so zeigen wir auf zwei Gerichte, die uns bekömmlich erscheinen und wedeln mit dem Bargeld, um zu bezahlen. Sie schauen uns etwas verwirrt an, doch akzeptieren sie das Bargeld. Als wir das Essen bekommen, sind wir etwas irritiert. Suppe mit Reisnudeln und etwas zerhacktem Fleisch mit viel Knochen. Hatten wir so was ähnliches nicht zum Frühstück? Seit die Sonne untergegangen ist, ist es merklich kälter. Die Restaurants haben die Fenster und Türen trotzdem sperrangelweit offen. Mit der Jacke im Restaurant essen? Für Chinesen normal.
Wir kommen langsam in China an. Bereiten uns auf die kommenden, höhergelegenen und kälteren Stopps in China vor. Wir kaufen zum Beispiel lange Unterhosen und Thermoshirts. Mit dem Essen kommen wir noch nicht klar. Es liegt nicht an den Stäbchen, sondern an den Knochen. Alles ist immer kleingehackt und mit Knochen durchsetzt. An einem Abend hat Stef Lust, um einfach noch in etwas gedankenlos reinzubeissen, so gehen wir zu McDonalds. Alles in Schriftzeichen erklärt. Bezahlung grundsätzlich nur mit WeChat. Echt jetzt!? Einen kleinen Burger bekommen wir. Ist er gut? Eher nicht. Phu, Abnehmen ist in China leicht.
Mit der Metro fahren wir etwas ausserhalb der Stadt. Hier gibt es ein ethnisches Dorf zu besichtigen. In der Metro bemerken wir immer wieder verschiedene, in Comic Manier verkleidete Leute. Wir werden ab ihrem Mode Hype nicht schlau, aber ein Ball oder eine Comicmesse steht nicht an. Bei dem «Dorf» angekommen stellt es sich heraus, dass es mehr ein Erlebnispark mit Nachbildungen ist. Für dies wollen wir keinen Eintritt bezahlen und spazieren ein wenig dem Seeufer entlang. Magst du Möwen? Die Chinesen schon. Sie sind richtig vernarrt in die Vögel und füttern sie direkt aus der Hand. Naja, kann man machen.
An unserem letzten Tag in Kunming suchen wir einmal mehr nach «gutem» Essen. Am Street Food Market finden wir andere Leckereien. Unter anderem werden Skorpione, Tausendfüssler, Spinnen und Larven angeboten. Zum Glück finden wir ein arabisches Restaurant. Wir wagen es und werden nicht enttäuscht.
Die Chinesen zeigen sich uns gegenüber sehr offen und neugierig. Sie helfen, wo sie nur können, damit wir uns in ihrem Land zurechtfinden. Immer wieder werden wir willkommen geheissen und hier und da will jemand ein Foto mit uns schiessen. Doch empfinden wir sie auch nervös, ignorant und unsensibel. Abstand kennen sie nicht und drängeln gehört schon fast zum guten Ton. Wir sind gespannt, wie uns die weitere Chinareise bekommt.