06.01.-09.01.2026 – Kuala Lumpur, Malaysia
Nun geht es die über zweihundert Stufen hoch zum Tempel «Batu Caves». Die Treppen sind ein Erlebnis für sich, da sich viele angefütterte Langschwanzmakaken auf der Treppe befinden. Einmal mehr ist Stef ein guter Retter in Not. Einer dieser frechen Affe kommt einer indischen Dame sehr nahe. Sie freut sich über das perfekte Foto, welches ihre Freundin machen kann. Bis der Affe ihr die teure Sonnenbrille stibitzt. Nun hat sie Angst, die Brille zurückzuholen. Stef steigt mit einem Kecks bewaffnet über das Geländer und tauscht mit dem Affen Brille gegen Kecks. Alle sind wieder happy. Die gigantische goldene Statue des Gottes «Murugan» ist nicht umsonst die Hauptattraktion des Tempels. Mit seinen 42.7 Metern passt er zu all den gigantischen Bauten dieser Region. Den letzten Tag verbringen wir mit gemütlichem Frühstück und einem Tag im Studio. Conny darf sich auf ein Vorstellungsgespräch vorbereiten. Stef nutzt die Zeit, um die Fotos auf den neusten Stand zu bringen.
10.-16.01.2026 – Ipoh und die Umgebung, Malaysia
Mit dem Zug erreichen wir Ipoh nach etwas mehr als zwei Stunden. Ipoh ist die Hauptstadt der Region Perak. Speziell bekannt ist die Region für lokale Märkte, die grossen Teeplantagen in den Highlands und den «White Coffee». Nachdem wir unser Gepäck abgeladen haben, flanieren wir durch die Strassen. In der schmucken Altstadt finden wir ein kleines Kaffee, welches den berühmten «White Coffee» als kalten Kaffee serviert. Der Kaffee schmeckt gut, weshalb dieser derart bekannt wurde, ist für uns jedoch nicht ganz nachzuvollziehen. Den zweiten Tag nutzten wir, um die Stadt noch etwas besser kennenzulernen und um ein Moped für die nächsten Tage zu organisieren. Wir geniessen es immer, wenn wir eine Mission haben. Die Mission Moped ist gar nicht so leicht. Wir wollen damit zu den zirka zweieinhalbstunden entfernten Cameron Highlands. Die meisten Anbieter, möchten ein Vermögen, wenn man mit dem Moped dort hinfährt, da es ins Gebirge geht. Einen Anbieter ohne Restriktion finden wir. Er gibt uns später Bescheid, ob wir ein Moped am Folgetag mieten können. Für uns geht es nun zum bekannten Nachtmarkt in der Stadt. Dieser öffnet erst etwas später. So schlendern wir zu einem Restaurant, welches im Lonely Planet empfohlen wird. Genial, dass wir diesen Weg auf uns nehmen. Wir kommen an einem Seiteninstrumentenhersteller vorbei. Unsere Ukulele von Bali klingt fantastisch. Die Wirbel, welche die Seiten stimmen, sind jedoch aus Plastik und haben keinen Stopper. Somit verstimmt sich die Ukulele leider sogar während dem Spielen. Für den Musiker aus Fleisch und Blut, ein kleines, diese auszutauschen. Nach dem Essen schlendern wir durch den Markt. Hmm, dieser ist eher bescheiden. Da Ipoh sonst nicht viel zu bieten hat, wird scheinbar das Wenige das sie haben, ziemlich gut vermarktet. Nicht entmutigen lassen. Es gibt noch einen zweiten Nachtmarkt etwas ausserhalb von der Stadt. Eventuell ist dieser besser. Der erste Eindruck ist super. Es spielt eine Live Band und es hat zig Essensstände. Die meisten Verkaufsstände im Inneren des Marktes sind leider geschlossen. Auch dieser Markt, nicht wirklich spannend.
Heute bekommen wir unseren Roller. Um Neun Uhr haben wir abgemacht. Der Vermieter taucht erst eine Stunde später auf. Zum Glück hat es nebenan ein gutes Kaffee, welches uns die Zeit etwas verkürzt. Endlich sitzen wir auf unserer 150ccm starken Maschine und werden kaum fünf Minuten später das erste Mal von der Polizei angehalten. Stef hat offiziell keinen gültigen Ausweis für diesen starken Roller. Doch die Polizisten kümmert dies nicht. Sie haben Freude, dass wir Schweizer ihre Stadt erkunden und wünschen uns einen tollen Tag. Diese Begegnung war einiges entspannter als damals in Kolumbien. Wir geniessen die Fahrt in die Highlands. Die kurvige Strasse bringt uns immer höher und der Wind wird immer kühler. Zum Glück sind wir mit Jacken und langen Hosen gut vorbereitet. Als ersten Stopp besuchen wir einen Bauernmarkt. Hier findet man vor allem Erdbeeren und alles, was man aus dieser süssen Frucht herstellen kann. Ein wunderschöner Markt, doch halten wir uns hier nur kurz auf. Zum einen benötigen wir nichts, zum anderen wollen wir zu den bekannten Teeplantagen. Einige schmale Kurven weiter sind wir auch schon mittendrin. Die kleinen Teebüsche bedecken die Hügel so weit das Auge reicht. Wir picken ein zwei Blätter der unspektakulären Pflanze. Riechen daran und kauen darauf. Nichts. Ziemlich geschmacklos so direkt gepflückt. Etwas weiter kommen wir zu einem Aussichtspunkt. Hier können wir gut durch die Teeplantagen schlendern und finden einen Getränkewagen, wo der Tee Tarek, wie sie in hier nennen, ausgeschenkt wird. Tee Tarek ist Schwarztee mit einem Schuss Milch und etwas Zucker, wie ihn auch die Engländer mögen. Auch uns mundet der Tee. Die Region sollte sich definitiv mehr auf ihren feinen Tee konzentrieren als auf den «White Coffee». Der Rückweg ist etwas länger, doch es macht Spass durch die kurvenreichen Täler zu fahren. Etwas Sitzleder brauchen wir am heutigen Tag, sind wir total über fünf Stunden im Sattel. Aber schön wars!
Den heutigen Tag gestallten wir etwas kürzer. Wir fahren nur dreissig Minuten zu der «Gua Tempurung» Höhle. Diese ist die grösste Höhle von Malaysia. Der gut ausgebaute Weg führt uns weit ins Erdinnere. Mal sind wir in einem grossen Höhlenraum, dann geht es durch einen windigen Gang bis ganz nach hinten, wo man den Fluss im Untergrund hört. Höhlen sind immer wieder faszinierend. Wir nehmen uns viel Zeit und geniessen die Einsamkeit im Erdinnern. Ausser uns hat es praktisch keine anderen Leute. Einfach toll. Wieder draussen am Tageslicht startet unser Roller nicht mehr. Fantastisch. Unser Vermieter ist zwar bemüht, trotzdem vergehen fast zwei Stunden bis endlich jemand kommt. Ein Ersatzroller ist nicht dabei. So laden wir den defekten auf die Ladefläche des Pick-Ups und fahren zusammen zurück nach Ipoh. Anfangs noch ziemlich genervt, kehrt die gute Laune schnell zurück. Der Fahrer aus KL ist ein super sympathischer Typ. Wir erzählen uns gegenseitig von den Reisen und es wird viel und herzhaft gelacht. Als wir endlich den neuen Roller in Empfang nehmen können, machen wir nur noch ein kurzer Stopp in einem Einkaufsladen und lassen den Tag bereits ausklingen.
Neuer Tag neues Glück. Heute fahren wir nur noch eine Viertelstunde. Dafür soll die Wanderung etwas länge werden. Ein schöner Wanderweg führt steil hinauf durch den Wald. Hauptsächlich geht es in einer Schneise nach oben. Die Bergbahn über unseren Köpfen könnte man sich hier gut vorstellen. Der Schluss des Aufstieges ist dann leider viel auf der asphaltieren Strasse. Unser Weg zweigt wieder ab. Jetzt sind wir voll im Dschungel. Es ist wunderbar. Der gute Weg führt uns wieder abwärts, an Farnen, Lianen und tropischen Bäumen und Pflanzen vorbei. Und auf einmal ist er vor uns. Ein grosser Schweinsaffe hangelt sich vom Baum herunter und erspäht uns. Wir stehen uns gegenüber. Er mustert uns, wir ihn. Einige Minuten starren wir uns gegenseitig an, bis er sich wieder am Baum hochzieht und durch die Blätter schwingt. Wir bleiben noch eine Weile und verdauen diese wunderschöne Begegnung. Kurz vor dem Ende unserer Wanderung erspähen wir nochmals ein paar Langschwanzmakaken hoch in den Bäumen. Solche Tage, einfach fantastisch.
Am letzten Tag unserer Rollermiete fahren wir zum «Tasik Cerim», dem Spiegelsee. Als erste Besucher passieren wir den neunzig Meter langen Tunnel. Vor uns öffnet sich eine verborgene Welt. Die hohen Felswände umgeben den kleinen Tümpel komplett. Man könnte jetzt hier noch eine «Tour» mit einem Dinghy buchen. Das lassen wir jedoch. Mit unserem eigenen Schlauchboot konnten wir einiges interessantere Touren machen. Den kleinen, brauen See überlassen wir gerne den anderen Touristen und fahren weiter zu den «Lubuk Timah», den heissen Quellen. Das Flussufer ist mit Betonbrüstungen verbaut, damit die Badegäste gut an den Fluss kommen. Eines von drei sehr kleinen Becken ist mit dem heissen Wasser der darunterliegenden Quelle gefüllt. Kurz die Füsse reingesteckt. Wir spazieren weiter bis an einen schönen, doch leider künstlichen Wasserfall. Auch hier sind wir wieder allein. Wir setzten uns in den Fluss und geniessen das Plätschern des Süsswassers. Süsswasser, schon etwas sehr Angenehmes. Nach einiger Zeit versuchen wir über ein paar Nebenstrassen gemäss GoogleMaps zurückzufahren. Immer wieder stehen wir vor einem Tor mit einem Schild mit der Aufschrift, dass auf Unbefugte geschossen wird. Wir drehen lieber wieder um. Um Fünf haben wir mit unserem Vermieter abgemacht. Natürlich ist er nicht vor Ort. Nach einer halben Stunde machen wir im klar, dass wir den Roller und die Helme hierlassen, den Schlüssel jedoch mitnehmen. Diesen kann er bei uns abholen, wenn er uns das Depot bringt. Auf einmal geht es schnell. Nach einer Viertelstunde fragt er an, wo wir sind und kurz darauf kommt er vorbei und bringt das verlangte Depot. Geht doch. Heute geniessen wir noch einen letzten malaysischen Abend und morgen machen wir uns mit dem Zug auf nach Thailand. Auf geht’s. Das nächste Land wartet.







