Unser Segelabenteuer
 

29.06.-03.07.2025 – Zu den Gesellschafts-Inseln

Es wird Zeit sich von den Haien zu verabschieden. Erfüllt mit einzigartigen Erlebnissen verlassen wir Fakarava und lassen die ganzen Tauchgänge beim Durchfahren des Passes nochmals Revue passieren. Beim Abschluss-Tauchgang durften wir einen Zitronenhai bestaunen. Wegen seiner imposanten Gestalt von fast vier Metern Länge haben die Grauen- Riffhaie gebührenden Abstand zu ihm gehalten. Ganz so beeindruckt wie vom grossen Hammerhai waren sie jedoch nicht. Unglaublich welche Eindrücke in unseren Herzen fest eingebrannt sind.
Raiatea

Die Überfahrt verläuft wie gewohnt. Wir haben Sonne, Regen, Gewitter, Wellen; das ganze Programm. Zum Glück sind die Gewitter, Regengüsse und Wellen im Verhältnis zu den letzten Passagen gering. Wir sind nach wie vor ermüdet von den vielen langen Passagen. Die neuen Inseln und Atolle zu entdecken, reizt uns jedoch weithin ungemein, doch auf die langen Segeletappen haben wir null Lust. Stef fühlt sich physisch angeschlagen, als hätte er eine leichte Grippe, Conny fühlt sich mental ausgezehrt. Dies macht diese Überfahrt nicht angenehmer. Die riesige Sepia, die wir fangen, können wir nur bedingt geniessen.
Umso schöner ist die Ankunft in Raiatea. Bei der Passeinfahrt springen Delfine. Was für eine Begrüssung. Eine der zirka fünfzehn Bojen ist verfügbar. Wir vertäuen Pagsinta und freuen uns auf die nächsten Eindrücke.

04.07.-17.07.25 – Raiatea –Das saftig grüne Schlemmerparadies  

 

 

Uturoa

Nachdem wir ordentlich ausgeschlafen haben, fahren wir an Land in die kleine Stadt, um für unsere Boje und die Abfallgebühr zu bezahlen und diesen zu entsorgen. Es ist Freitag, das Büro hat bereits geschlossen, als wir ankommen. Das Städtchen fühlt sich für uns riesig an. Es hat zig Autos, mehrere Einkaufsläden mit vielen Lebensmitteln und sogar ein paar Baumärkte. Nach den letzten Monaten in der Abgeschiedenheit sind wir leicht überfordert. Unser erster Stopp ist die Bäckerei. Französische Leckereien verleiten uns dazu unser letztes Bargeld auszugeben. Was für ein Genuss. Als nächstes erkunden wir uns bei der Touristen-Info, was man auf der Insel alles machen kann. Wir erfahren, dass am Abend eine Tanzdarbietung mit traditionellen Tänzen stattfindet. Die wollen wir uns nicht entgehen lassen. Den Nachmittag verbringen wir mit Schlendern durch Uturoa, die Hauptstadt von Raiatea. Am Abend essen wir an einem gemütlichen Imbissstand einen Hamburger mit Pommes, was nach all den Dosen enorm mundet. Genau rechtzeitig kommen wir zur Abenddarbietung. Verschiedene Tanzgruppen bewegen sich zur rhythmischen Musik. Die Tänzerinnen tragen bunte Kostüme und haben ein riesiges herzliches Lachen im Gesicht. Die Körperbewegungen erinnern an einen Mix aus Bauchtanzen und Twerken bei den schnellen Stücken, welche hauptsächlich von Djembe begleitet werden. Bei den Stücken mit der traditionellen Ukulele bewegen die Tänzerinnen sinnlich die Oberkörper und Hände. Sämtliche Bewegungen erinnern an Stammestänze der Urvölker Polynesiens. Speziell die Männer machen jagdähnliche Moves.   

 

Tänzerin

Nachdem wir nochmals gut ausgeschlafen haben, fühlen wir uns bereits etwas erholter. Heute haben wir eine längere Liste von Materialien, welche wir vom Baumarkt und vom Bootsspezialisten benötigen. Wir bekommen bis auf wenige Artikel alles. Sogar das Scharnier für das ausgebrochene Kästchen finden wir. Das ist wie Weihnachten. Am Sonntag erledigen wir die ersten Bootsarbeiten. Leider verlaufen diese etwas schleppend. Das meiste funktioniert wie üblich nicht wie gedacht. So erweitern wir unsere Einkaufsliste mit weiteren Artikeln. Zum Beispiel hat das Scharnier vom Kästchen eine Kröpfung zu wenig und kann deshalb nicht montiert werden. Die Metallschrauben, welche wir für ein Gestell an Deck anbringen sollten, können wir nicht kontern. Auch hier muss eine Alternativlösung her. Wie gewohnt, durchdenken wir alles und versuchten kreativ zu werden. Den Montag setzten wir entsprechen nochmals ein, um weitere Sachen zu ergattern. Leider gibt es das passende Scharnier nicht. So flanieren wir zum Metaller. Unser Scharnier ist aus Messing. Er kann nur Stahl und Aluminium schweissen. Eventuell können wir allerdings unser Scharnier auf dem Boot selbst löten, meint er. Eine super Idee. Das werden wir versuchen.

Raiatea

Die nächsten drei Tage haben wir ein Auto gemietet, um die Insel kennenzulernen. Den ersten Tag nutzen wir, um die Insel zu umfahren und erste Eindrücke zu gewinnen. Einen kurzen Stopp machen wir beim Trockendock. Wir haben unsere Gasflasche dabei, um sie zu füllen. Die nächste Herausforderung steht an, sie können nur amerikanische Flaschen füllen. Unsere hat ein europäisches Ventil. Ein neues Problem. Wie bekommen wir Gas? Den nächsten Stopp legen wir bei einem Aussichtspunkt ein. Ein dreissigminütiger Wanderweg führt durch die Natur auf einen kleinen Hügel. Von oben haben wir einen herrlichen Blick über die Wälder ins Meer hinaus. Für uns vor allem ein Vergnügen die Beine zu vertreten. Der zweite Aussichtspunkt bietet eine knapp zehnminütige Beinvertretung und führt uns zu typischen Vulkansteinen der Insel. Die Auswaschung des Lavas ist sehr gut zu sehen und bildet einmalige Skulpturen. Auf dem Rückweg schlendern wir durch den botanischen Garten. Dieser ist eher mickrig. Die Blüten in der freien Natur sind üppiger als im Garten. Dafür ist es umso schöner mit der lokalen Gärtnerin zu sprechen. Wir erfahren, wie unglaublich schnell hier alles wächst. Das Klima ist optimal für die tropischen Pflanzen. Retour auf dem Boot schauen wir, auf Vesselfinder, ob wir europäische Boote in unserer Bucht finden. Eventuell hat ein Nachbarsboot den passenden Adapter. Wir haben vier Boote ausfindig gemacht.   

 

Botanischer Garten

Der Wecker klingelt um sechs Uhr, damit wir den Tag nutzen können. Als erstes fragen wir bei unseren Bootsnachbarn an, ob jemand ein Adapter hat. Einen Adapter finden wir nicht, ein netter Franzose gibt uns einen Tipp, wo wir eventuell einen Adapter finden könnten, und lädt uns für Freitag zum Roastbeef ein. Schön, mit unseren Nachbarn Kontakt zu haben. Wir laden unsere Gasflasche nochmals auf und düsen los. Als erstes fahren wir zum besagten Shop. Leider hat er den Adapter nicht. Er meint jedoch, dass sie im Trockendock eigentlich die Flasche füllen können. Entsprechend fahren wir nochmals zum Trockendock. Etwas genervt zeigen sie uns ihr System. Leider nein, die Flasche kommt leer wieder ins Mietauto. Wir lassen unsere Sorgen Sorgen sein und fahren weiter zum Ausgangspunkt für die Wanderung zum Wasserfall. Wir parkieren neben einem Sägewerk. Stef ist hellbegeistert. Wir fragen somit nicht nur an, ob wir das Auto stehen lassen können, sondern auch, ob wir das Sägewerk anschauen und fotografieren dürfen. Noch so gerne zeigt uns der gebürtige Franzose das Sägewerk. Er leitet dieses und bietet mehreren Lokalen die Möglichkeit das Handwerk zu lernen. Sie verarbeiten ein Holz, das dem Mahagoni ähnlich ist und eines das an Teak erinnert. Beides sind endemische Holzarten und werden direkt auf der Insel weiterverarbeitet. Die Arbeiter sagen uns, dass wir heute besser nicht zum Wasserfall gehen sollen, da es am Morgen stark geregnet hat. Ebenfalls sei diese Wanderung, weil sie über privaten Boden gehe, nur mit einem lokalen Führer erlaubt. Schade, sehr gerne hätten wir das Inselinnere erwandert. Anstelle des Wasserfalles haben wir ein Sägewerk entdeckt und fahren, gespannt was der Tag alles noch für uns bereits hält, weiter.  Etwas enttäuscht sind wir, wollen uns jedoch die Inselerkundung nicht verderben lassen. Bei einer Perlenfarm machen wir einen Halt. Der nette Verkäufer und Schmuckmacher erklärt uns auf Anfrage, wie sie die inseltypischen schwarzen Perlen züchten. Ein jahrelanger Prozess, welcher viele Arbeitsschritte enthält. Die Preise seiner Schmuckstücke sind etwas hoch und ein Stück, welches unsere Herzen höherschlagen lässt, ist nicht dabei. Als wir etwas weiter eine abzweigende Naturstrasse sehen, entschliessen wir, hier unsere Beine zu vertreten. Wir hören 80er Musik und fragen den Herren, welcher auf seinem Plastikstuhl auf dem Hügel sitzt, ob wir passieren dürfen. Der gebürtige Franzose winkt uns zu sich und fragt, wie wir ihn gefunden hätten. Wir erklären, dass es ein Zufalls Stopp ist, um uns etwas zu bewegen. Er erzählt uns, dass er auf Raiatea gross geworden ist. Er hat eine der wenigen natürlichen Vanilleproduktionen, welche er uns stolz zeigt. Mit viel Herz hat er über die letzten zwei Jahre Vanille nach alter Schule im Freien angebaut. Das Wissen wurde ihm von einem Einheimischen vermittelt. Auch das Land gehört einem Lokalen. Im nächsten Jahr sollte die erste Ernte anstehen. Den Vanille zu züchten sei nicht ganz einfach, danach sei es aber wie mit einem guten Wein. Der Absatz sollte einfach und erfolgsversprechend sein. Die Abnehmer werden gehobene Restaurants in Frankreich und Europa sein. Den Ertrag werden sich der Landbesitzer und er teilen. Schön zu sehen, wie prächtig hier der Vanille gedeiht und welches Herzblut in diesen Blüten steckt. Auf dem Rückweg sehen wir das Schild von einem UNESCO Welterbe. Taputapuãtea. Man sagt, Raiatea sei die Geburtsstätte der polynesischen Kultur. Die Überreste dieser Stätte, auch «Marae» genannt, symbolisieren die alten religiösen Stätte und einen Ort, kultureller und politischer Wichtigkeit. Sie spielt eine wichtige Rolle in der Geschichte der Mã’ohi. Taputapuãtea liegt im Zentrum des polynesischen Triangels. Von hier aus wurden die Inseln wie Hawaii, Neuseeland, Tonga, die Oster- und Astral-Inseln auf Seewegen des Mystischen Oktopusses befahren. Der Tag, welcher etwas schleppend angefangen hat, hat sich zu einem superspannenden Tag entwickelt. Wir durften viel über die Insel und deren Bevölkerung erfahren. Bei einer Holzofenpizza lassen wir die vielen Eindrücke setzten. Was für ein Schlemmerparadies. 

 

Conny auf dem Wanderweg

Den letzten Auto Tag nutzen wir für eine längere Wanderung. Der Weg führt durch die Wälder, welche aufgrund der vielen Nadelbäume an die Schweiz erinnern, stetig nach oben. Die Baumgrenze ist hier bereits bei weniger als 400 Höhenmetern. Die Vegetation geht über in Sträucher. Der Weg ist klar ersichtlich, allerdings wachsen die Sträucher derart schnell, dass wir durch diese durchwaten müssen. Lange Hosen wären angebracht gewesen. Die Sicht wird immer atemberaubender. Oft sind wir im Dickicht und sehen wenig. Sobald dann ein Aussichtspunkt kommt, erspähen wir die halbe Insel, das Wallriff und sehen bis nach Bora Bora. Ein Naturparadies sondergleichen. Bei zirka 550 M.ü.M. entscheiden wir nicht mehr höher zu gehen. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit ist der Gipfel der Insel stetig in den Wolken. Der Abstieg ist noch mehr verwuchert. Wir kommen an die ein oder andere rutschige Stelle. Jede potenziell gefährliche Stelle ist mit super Seilen gesichert. Dies gibt uns auch immer wieder die Sicherheit, noch auf dem richtigen Weg zu sein. Nachdem wir wieder unter der Baumgrenze sind, schüttet es wie aus Eimern. Zum Glück sind die ab haltigen Stellen hinter uns. Die Bäume bieten etwas Unterschlupf. Trotz dichtem Baumdach sind wir bald klitschnass und spazieren weiter. An riesigen Farnen und unglaublichen Blüten und Blättern vorbei, kommen wir langsam zurück zum Meer. Auf dem Weg retour zum Auto legen wir eine Lunchpause unter blauem Himmel ein und lassen uns durch die Sonne trocknen. Die Kleider sind bereits gut angetrocknet, als wir genüsslich Salami, Käse und Brot verschlingen. Die nächste Regenwolke, lässt allerdings nicht lange auf sich warten. Bevor wir unser Picknick fertig haben, schüttet es wieder. Wir sind abermals bis auf die Unterwäsche nass. Bei 26 Grad halb so wild. Trotzdem frieren wir ein wenig, weil wir uns 30 Grad und mehr gewohnt sind. Schon spannend wie schnell sich der Mensch an seine Umgebung anpasst. Am Abend gehen wir nochmals zu einer Tanzaufführung. Heute tanzen die besten Tänzer allein oder im Paar. Speziell die Paartänze finden wir beeindruckend. Erfüllt von einem weiteren entdeckungsreichen Tag kehren wir auf unser schwimmendes Zuhause zurück.   

 

 

Die Hügel und der Pass von Raiatea

 Mit dem Dinghy tuckern wir an Land und geben unser Auto ab. Anschliessend gibt es leckere Backwaren vom Bäcker, bevor wir zum Marine Shop gehen. Unsere bestellten Artikel sollten angekommen sein. Leider hat uns der etwas verpeilte Verkäufer falsch verstanden. Statt eines neuen Solarsteckers hat er einen Landstecker bestellt. Nun ja, unser alter funktioniert noch, wir wollten den nur zur Sicherheit. Wir fragen an, ob sie nun heute die fünfzig Meter Ankerkette auf unser Boot liefern. Da unsere alte in der Mitte rostig ist, tauschen wir sie aus. Leider hat er uns auch hier falsch verstanden. Sie können nur bis zum Hafen und nicht bis zur Boje liefern, da sie kein Boot haben. Heute ist es sehr wellig, weshalb wir für morgen die Lieferung bis zum Hafen vereinbaren. Heute Abend sind wir beim netten Franzosen, welcher uns den Tipp mit den Gasflaschen gegeben hat, eingeladen. Zur Vorspeise gibt es einen Tuna-Kuchen. Schmeckt hervorragend. Zum Abendessen gibt es ein riesiges Rindsfilet. Er meint nur, hoffentlich seid ihr keine Vegetarier, er habe keine Beilagen. Zu unserem mitgebrachten Wein, lassen wir uns das Fleisch schmecken. Er fragt nach, ob wir unsere Gasflaschen nun füllen konnten. Auf unsere Verneinung geht er zum Bug seines Bootes und zaubert zwei Campinggasflaschen hervor. Er könne diese nicht mehr brauchen, wir dürfen sie haben. Juhuuu, unser Gasproblem ist entschärft. Am Samstag erhalten wir, wie vereinbart unsere Ankerkette und tauschen sie umgehend aus. Die alte laden wir am Tag darauf auf unser Dinghy. Auf dem Weg zum Hafen finden wir einen Fischer, welche diese noch so gerne entgegennimmt. Toll, er kann sie brauchen, wir sind sie los. Die restlichen Tage in Raiatea verbringen wir hauptsächlich mit diversen Vorbereitungen für die Weiterfahrt und Bootsarbeiten. Am Montag, dem 15. Juli, gehen wir uns Ausklarieren und geniessen unseren dritten Hochzeitstag. Zu diesem Anlass und zur Erinnerung an diese wunderbare Inselwelt schenken wir uns eine schwarze Perle. Am Abend gehen wir gut Essen und lassen unsere bald zwei Flitterjahre und unsere Liebe in Gedanken aufleben. Oft können wir unser Glück kaum fassen. In kurzer Zeit haben wir so viel schon Erleben und Bewältigen dürfen. Die vielen Abenteuer haben uns zusammengeschweisst. Die vielen fantastischen Momente lassen uns gemeinsam in Erinnerungen schwelgen.

17.-18.07.2025 – Auf zu neuen Ufern

 

 

 

Bora Bora im Sonnenuntergang

Die Ausklarierung ist am Dienstag bereits erledigt. Wir haben unser Boot vollgetankt, den Abfall entsorgt und unsere Wassertanks aufgefüllt. So geht es weiter nach Taha. Die Insel, welche im selben Atoll wie Raiatea liegt. Noch vor dem Mittag haben wir unsere Boje ergriffen und Pagsinta vertäut. Dinghy ins Wasser und ab an Land. Wir versuchen unser Glück einmal wieder mit einer Rumdestillerie. Vielleicht kann es Französisch-Polynesien besser als die Karibik. Tatsächlich. Wir erhalten eine eindrückliche Führung. Sehen wir sie den Zuckerrohr pressen, wie sie den Saft gären und anschliessend brennen. Zum Abschluss gibt es ein Tasting und wir kaufen einen guten Rum. Mehr als einen kleine Schluck gibt es nicht, denn am Morgen um zwei geht es für uns los. Wir fahren in der Nacht durch den Kanal. Wir haben uns extra nach Taha verlagert, weil hier die Ausfahrt einfacher ist und wir diese entsprechend in der Nacht gut fahren können. Wie geplant, segeln wir zum Sonnenaufgang an Bora Bora vorbei. Die Insel ist einzigartig mit den hohen Bergen und dem Wallriff. Allerdings sind die Luftaufnahmen schon viel spektakulärer als die Seitenansicht. Der Wind lässt nach, sodass wir unseren Flautenschieber in Betrieb nehmen müssen. Wenigstens können wir fischen. Wir haben auf Raiatea neuen Silch, welcher achtzig Kilo hält, gekauft. Unser alter Silch, welcher auf dreissig Kilo ausgelegt war, ist ständig gerissen, weil die Fische hier zu gross sind. Kurz nachdem der Köder im Wasser ist, hören wir das geliebte «klack» an der Rolle. Das darf nicht wahr sein. Der Köder ist wieder weg. Der Silch gerissen. Nicht einmal der achtzig Kilo Silch hat gehalten. Nun, mehr als das können wir nicht reinziehen. Wieder ein Fisch, der nun mit unserem Köder im Mund herumschwimmt. Schade für den Fisch und für uns. Wenigstens konnten wir in Raiatea mal wieder gut Fleisch und Fisch kaufen, sodass wir zurzeit nicht mehr ständig von Dosennahrung leben.

18.-22.07.2025 – Maupiti – die kleine Schwester von Bora Bora 

 

Einfahrt Maupiti

Wie geplant erreichen wir um die Mittagszeit den Pass von Maupiti. Um zwei Uhr nachmittags ist Hochwasser, weshalb wir vor dieser Zeit einlaufen müssen. Bei der Anfahrt des Passes wir Conny flau im Magen. Es sind grosse Wellen zu sehen, welche sich auftürmen und brechen. Wenn wir eine solche surfen, dann könnte das fatal für unser Boot und uns sein. Stef bleibt ruhig und konzentriert und fährt näher zum Pass. Da tut sich eine kleine Schneise ohne Welle auf. Der Pass nach Maupiti ist sehr eng, weshalb dieser von etwas weiter weg nicht zu sehen war. Augen auf und durch. Stef fährt seelenruhig durch den Pass und macht sogar noch ein Foto. Conny ist froh, als wir drin sind. Maupiti ist atemberaubend. Es ist kaum zu fassen, wie wir von einem Paradies ins Nächste kommen. Wir haben uns nicht träumen lassen, dass der Pazifik derart schön, speziell und vielfältig ist.

Sicht von Oben und Pass in Maupiti

Unser Rucksack ist gepackt, unsere Wanderschuhe sind geschnallt. Heute geht es zum höchsten Punkt von Maupiti. Der Aufstieg ist spannend und schweisstreibend. Abermals hat es an den steilen etwas schwierigeren Stellen Seile. Der Weg ist überall gut markiert und führt durch die üppigen Wälder der Insel. Bereits die ersten Aussichtspunkte lassen ahnen, wie atemberaubend die Aussicht von oben sein muss. Es ist kaum in Worte zu fassen, welcher Anblick uns am höchsten Punkt erwartet. Über die markanten grünen Felse ist die Lagune, die Motus und das Wallriff zu sehen. In unserem Blickfeld auch die kleine Pagsinta. Eine derart einzigartig schöne Aussicht hatten wir noch nie. Auch wenn der Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau enorm speziell ist, so ist dieses Naturphänomen für uns nochmals etwas eindrücklicher. Mit der Kamera versuchen wir, diese Eindrücke einzufangen. Gar nicht so einfach, alles mit optimalem Licht vor die Linse zu bekommen.
Retour auf dem Boot besprechen wir nochmals unsere Optionen für die Weiterfahrt. Eigentlich soll es übermorgen nach Tonga gehen. Der Wind etwas südlicher ist jedoch sehr stark. Über mehrere Tage sind über vierzig Knoten (über siebzig Kilometer die Stunde) angesagt. Das ist uns zu viel. Es gibt eine kleine Inselgruppe von Tonga welche nördlicher liegt. Kurzerhand entschliessen wir diese und nicht die Hauptgruppe anzulaufen. Der Wind ist sehr unbeständig. Etwas nördlicher sind wir aber auf jeden Fall sicherer.
Am nächsten Tag prüfen wir, sobald die Sonne hoch genug steht und wir unser Internet anschmeissen können, nochmals den Wind. Wir bleiben beim Plan nördlich zu segeln und legen unsere Abfahrt auf den 21. Juli fest. Wie lange die Überfahrt dauern wird, ist schwierig abzuschätzen. Eventuell machen wir bei einem Atoll auf dem Weg einen Stopp. Dieses wäre nochmals etwas nördlicher und kommt nach gut 700 Seemeilen. Bis nach Tonga sind es knapp 1300 Seemeilen. Wir befürchten, dass wir mehrere Flauten aussitzen müssen und länger als zwei Wochen haben werden. Die Prognosen ändern jedoch mit jedem Update, weshalb wir vermutlich einfach nehmen müssen, was wir bekommen. Nun erst einmal Unterwasserkamera rüsten, Flossen und Maske schnallen und zur Manta-Putzstation. Wow, die Mantas hier sind grösser und spezieller in ihrer Zeichnung als auf den Marquesas Inseln. Teils sind drei grosse Mantas mit geöffneten Mäulern zu sehen, welche sich von den kleinen Fischen reinigen lassen. Die Grossfische im Pazifik sind tatsächlich so zählig, wie es gesagt wird. Wenn wir nicht auf die Wetterfenster achten und weitermüssten, könnten wir hier gut und gerne noch ein paar Tage verweilen.