Unser Segelabenteuer
 

 24.05.-02.06.2025 – Tahuata – Ab ins Wasser

Abschleppdienst
Bevor wir am Morgen den Anker lichten, hilft Stef einem kleinen Trimaran, welcher ohne Motor unterwegs ist, mit dem Dinghy aus der Ankerbucht von Hiva Oa. Er schleppt das leichte Boot mit Müh und Not, bis der Trimaran etwas Wind in die Segel bekommt und aus eigner Kraft weiterfahren kann. Kurz danach lichten wir unseren Anker und fahren zwei Stunden zur nächsten Insel Tahuata. In der sogenannten Manta-Bucht ankern wir. Eine bilderbuchthafte Szenerie bietet sich uns. Die Insel ist hüglig, saftig grün und am weissen Sandstrand hat es unzählige Palmen. Das Wasser ist etwas trübe, den Anker können wir dennoch von der Oberfläche ausmachen. Noch so gerne taucht Stef in dieser Bucht den Anker. Dass hier zwei bis drei Meter grosse Riffmantas vorbeikommen sollen, glauben wir noch nicht. Das Wasser ruft uns. Endlich einmal wieder unsere Flossen, Maske und Schnorchel schnallen, um die Unterwasserwelt zu bewundern. Kaum im Wasser, sehen wir eine Echte Karettschildkröte. Diese, vom Aussterben bedrohte Art, ist riesig und sehr scheu. Umso mehr erfreut uns ihr Anblick. 
Riffmanta

Beim Zurückschnorcheln entdecken wir einen kleinen Schwarzspitzen-Riffhai. Bereits beim ersten Schnorcheln Grossfische anzutreffen, hätten wir uns nicht träumen lassen. Kurz nach der Haisichtung sieht Stef tatsächlich einen Riffmanta. Sie sind wahrhaftig in der Bucht. Unsere Meeresherzen schlagen höher. Am Abend beim Apero schwimmt ein Manta direkt beim Boot vorbei. Was für ein Anblick! Am nächsten Tag treffen wir beim Schnorcheln auf mehreren Riffmantas. Wir schauen ihnen zu, wie sie ihre Mäuler und Kiemen weit öffnen und ihre Loopings drehen, um das Plankton zu filtern. Diese Riesen bewegen sich derart gemächlich und elegant im Wasser, es ist kaum zu fassen.

Tahuata - Mantabucht
Unser Boot zeigt weiterhin Spuren der Pazifiküberquerung. Es gilt die Hülle von den restlichen Algen und Muscheln zu befreien. Wir schruppen und tauchen, putzen und schnaufen. Die Geräusche locken einen schönen, ausgewachsenen Grauen-Riffhai an. Etwas irritiert begutachtet er uns und schwimmt eilig wieder davon. Zum Abschluss unserer Putzaktion gleitet noch einmal ein Riffhai ruhig unter uns durch.
Nach ein paar Tagen in dieser faszinierenden Bucht, verlegen wir uns weiter südlich. Die neue Ankerbucht ist tierisch gut. Zur Ankunft begrüssen uns tausenden von kleinen Fruchtfliegen. Wenn wir nicht unbedingt tauchen wollten, würden wir den Anker sofort wieder lichten. Der Schwarm umhüllt unser ganzes Boot. Trotzdem hieven wir den Kompressor ins Cockpit und füllen unsere Flaschen. Nachdem das Dinghy mit dem kleinen Anker und sämtlichen Tauchutensilien beladen ist, düsen wir wenige Meter südlich. Dort soll es eine kleine Wand mit teils Korallen haben.
Oktopus

Das Riff ist nichts Besonderes. Dafür haben wir das Vergnügen zwei schöne Oktopusse zu bestaunen. Wir beide lieben diese schlauen Tiere und haben sie bis anhin auf der Reise vergeblich gesucht. Den ersten Oktopus entdeckt Conny freischwimmend. Nachdem er sich unter dem Stein verkrochen hat, ist er derart gut getarnt, dass wir ihn kaum entdeckt hätten. Das Highlight von diesem Tauchgang ist ein ausgewachsener Schwarzspitzen-Riffhai. Stef, welcher Haie liebt, bis anhin aber noch kaum welche gesehen hat, kann kaum fassen, dass er diese majestätischen Raubtiere nun endlich unter Wasser erspähen darf.

Schwarzdelfine

Als wir am nächsten Morgen die vielen kleine Fliegen leid und bereit zur Losfahrt in die nächste Bucht sind, kommen hunderte von Schwarzdelfinen vorbei. Diese kleine, sehr akrobatische Delfinart lebt gerne in Gruppen über 200 Tieren. Sie springen, drehen ihre Schrauben, tauchen wieder unter und umspielen unser Boot. Wir schauen ihrem Schauspiel genüsslich zu. Die Delfine sind in einer solchen Anzahl, dass sie sich in der ganzen Bucht verteilen. Wir ziehen den Anker hoch und fahren zusammen mit ihnen noch einige Kreise in der Bucht bevor wir uns zum nahegelegenen Dorf aufmachen.

Früchtegarten in Vaitahu
Etwas weiter nördlich, in einer welligen Bucht, droppen wir den Anker vor dem kleinen Dorf. Wir benötigen frische Früchte und Gemüse und bleiben deshalb für eine Nacht. Das Boot schaukelt relativ stark. Mit dem Dinghy ist das Anlanden durch die starken Wellen herausfordernd. Direkt als wir an Land angekommen sind, hilft uns ein Lokaler mit dem Dinghy und fragt, ob wir gerne Früchte und Gemüse hätten. Er nimmt uns mit in seinen Garten. Pflückt für uns die schönsten Früchte und will uns zusätzlich noch Fleisch mitgeben. Eine ganze, gefrorene Geisenkeule und ein komplettes ungerupftes Huhn, ebenfalls gefroren. Wir lehnen dankend ab. Beladen mit diversen Grapefruits, Mangos, Sternenfrüchten, Auberginen und einer Brotfrucht, kehren wir zum Dinghy zurück. Wir erspähen ein Haus mit Bananenstrünken. Gerne verkaufen sie uns einen grünen Strunk und bieten uns an, bei ihnen 40 Liter Wasser aufzufüllen. Perfekt. Kurz die Früchte an Board bringen, die Kanister holen und nochmals an Land. Bei diesem Anlanden erwischt uns eine grosse Welle. Stef wird aus dem Dinghy auf die Steine gespült. An seinem Fuss hat er eine kleine Platzwunde und sein Fuss schmerzt. Zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert. Da diese Bucht nicht sehr gemütlich ist, verstauen wir unsere Frischwaren und das Wasser und verlegen uns retour in die Manta-Bucht.
Manta vom Boot aus
Da Stef mit seinem Fuss weder ins Wasser noch in Flossen sollte, taucht ausnahmsweise Conny den Anker. Die Sicht ist milchig. Man sieht nur einige Meter weit. Weshalb sie an der Ankerkette bis zum Anker abtauchen muss. Gerade als sie mit der meditativen Atmung fertig ist und sich parat zum Abtauchen macht, kommen aus der milchigen Suppe zwei ausgewachsene Graue-Riffhaie auf sie zu. Durch die schlechte Sicht sieht Conny die Haie erst als die nur noch knapp zwei Meter entfernt sind. Im Gegensatz zu den Haien. Diese wissen schon lange von Connys Anwesenheit. Sie umkreisen sie zwei Mal und begutachten sie argwöhnisch. Normalerweise können Conny die Meeresbewohner nicht nahe genug sein. Bei diesen beiden Gesellen wird es ihr jedoch mulmig. Das Herz beginnt zu rasen. Hoffentlich löst dies bei den Haien nichts aus. Zum Glück schwimmen sie bald darauf davon. Herz wieder beruhigen, ruhig und tief Atmen und den Anker tauchen. Anker hält! Jetzt aber schnell retour aufs Boot. Raus aus dem trüben Haibecken.
doppelter Regenbogen - Mantabucht
Die weiteren Tage geniessen wir in der Manta-Bucht. Wir nehmen uns Zeit zum Lesen, Ukulele spielen, Backen und Sein. Es tut gut zur Ruhe zu kommen, bevor wir die nächste fünf bis sechstägige Segeletappe zum Tuamotu-Archipel in Angriff nehmen.  Am letzten Abend zeigt sich Tahuata von seiner besten Seite. Zum Sonnenuntergangs- Bier spielt ein Manta um unser Boot. Des Kitsch nicht genug, erstreckt sich ein wunderbarer Regenbogen über die Insel. Wir sind bereit. Das Boot ist geprüft. Wir haben etwas vorgekocht und freuen uns eine neue Region mit ihren famosen Atollen zu erkunden.