22.09.-28.09.2025 – Naviti Island – Strand der Träume
Unser Morgen verbringen wir am Computer. Wir schalten weitere Inserate für den Verkauf und machen Research für die mögliche Weiterfahrt nach Australien. Am Nachmittag spazieren wir mit Kellie und Nick zum höchsten Punkt von Makogai. Es tut gut den Kopf zu lüften und die Beine zu vertreten. Bis zum höchsten Punkt kommen wir an vielen grossen Spinnen vorbei. Die weit gespannten Spinnfäden sind so dick und stark wie Ukulelen Saiten. Oben angekommen sehen wir mehrere Inseln von Fidschi und über die weitläufigen Riffe. Ein wahres Paradies.
Nach Naviti Island, unserem nächsten Traumziel, sind es etwas über einhundert Seemeilen. Wir fahren am Morgen los, um bei Tageslicht durch die Riffpassagen zu kommen. Bei Dämmerung fahren wir aus den letzten Riffen heraus in die blaue offene See. Bei dieser sternenklaren Nacht, mit stetigem Wind und kaum Wellen, macht das Segeln richtig Spass. Zum Morgen hin kommen wir in das Gebiet mit mehreren kleinen Riffen. Das Navigieren in Fidschi ist nicht Ohne und macht Spass. Der Wind passt super, wir können den grössten Teil der Strecke segeln. Bei den kritischen Stellen ist Stef an der Pinne und Conny ist vorne am Bug. Wir gleichen die Riffe in der Natur mit den Riffangaben auf dem Kartenplotter ab. Am Nachmittag greift unser Anker in der einsamen Bucht. Kurz vor Sonnenuntergang fährt ein zweites Boot in die Bucht. Derek von der «Anara» fährt mit seinem Beiboot bei uns vorbei und lädt uns zu Pizza und Gin Tonics auf seinem Boot ein. Dieses Angebot nehmen wir noch so gerne an. Ein gemütlicher Abend mit Derek und seiner Mutter Sandy folgt.
Heute fahren wir mit unserer Kava-Wurzel an den Strand in die Nachbarsbucht nach Somosomo, um dort das Sevusevu zu machen. Kaum sind wir angelanget, kommt eine freundliche junge Dame mit dem schönen Fidschi- Lächeln auf uns zu und bringt uns zum Chief. Der Chief empfängt uns gerne, bedankt sich für unser Geschenk, hält für uns das rituelle Sevusevu ab und erlaubt uns, die Insel zu betreten und in der Bucht zu Tauchen und Schnorcheln. Im Dorf gibt es wenige frische Früchte. Gerne kaufen wir ein paar Papayas und in einem der kleinen Läden können wir Eier erwerben. Dieses Dorf scheint nicht viele finanzielle Mittel zu haben. Selbst die Hütte vom Chief ist aus einfachem Wellblech. Der Naturboden ist mit einer Bastmatte ausgelegt. In Somosomo leben zirka dreihundert Leute. Die meisten Hütten sind sehr einfach zusammengezimmert. Gekocht wir über der gedeckten Feuerstelle im Freien. Die Leute hier haben nicht viel, doch in ihren Herzen sind die Fidschianer unserer Meinung nach die reichsten Menschen. Fast alle tragen ein echtes Lachen im Gesicht und immer wieder ist ein lautes, herzliches Lachen zu hören. Ein inspirierender Ort.
Der Korallengarten in der Bucht ist fantastisch. Die Korallenarten sind vielfältig und in gutem Zustand. Da sich unser Ende mit Pagsinta abzeichnet, schreiben wir unseren Tauchkompressor auf der WhatsApp Gruppe der Fidschi-Segler aus. Nach keiner Stunde haben wir bereits drei Anfragen und den Kompressor und die zwei Tauchtanks verkauft. Perfekt, in zirka einer Woche ist Übergabe. Wir planen nochmals eine Bucht mit schönen Tauchplätzen, bevor es zur Hauptinsel, wo auch die Übergabe stattfindet, weitergehen wird. Wenn nur die Interessenten vom Boot auch so zählig und schnell wären. Wir haben ein paar Interessenten. Allerdings passt bei beiden, welche das Boot sehr mögen, der Zeitpunkt nicht. Wir können nicht mehr lange warten, da im November die Hurrikan-Saison beginnt. Für uns bedeutet dies, dass wir entweder das Boot im Cyclone-Pit im Trockendock haben oder auf dem Weg nach Australien sein möchten. Ein Hurrikan damals in Grenade reicht uns. Wir wollen keinen zweiten herausfordern. Die Entscheidung zwischen Fidschi und Australien fällt uns nicht leicht. In Australien müssen wir das Boot importieren, damit wir es verkaufen können. Zudem hat Australien relativ viele Sicherheitsvorschriften, welche wir zwar begrüssen, weil es ihre Biosphäre schützt, für uns verkompliziert es jedoch die Einreise. Zudem haben wir mässig Lust nochmals 1'600 Seemeilen zu segeln. Ein Gespräch mit dem Makler von Australien ist sehr aufschlussreich. Er macht uns klar, dass die Chance das Boot im Trockendock zu verkaufen massiv schlechter seien als in Australien im Wasser. Zudem sei das Einklarieren nicht so schwierig, wie wir uns dies vorstellen. Unsere Entscheidung ist somit gefällt. Falls niemand der Interessenten Nägel mit Köpfen macht, segeln wir spätestens Mitte Oktober nach Australien. Nach all den Überlegungen und Emotionen, freuen wir uns, heute eine Wanderung auf der Insel zu machen.
Quer über die Insel gibt es einen Weg zum Strand auf der anderen Seite. Durch die vielen Palmen und Bäume ist der Weg kaum auszumachen. Durch Dickicht über Graslandschaft und den Hügel geht es auf die andere Seite. Lange Hosen wären einmal mehr angebracht gewesen. Die Gräser und Büsche schrammen an unseren Beinen entlang. Auf der dem Wind ausgesetzten Seite der Insel ist ein menschenleerer Strand. Auf all unseren Reisen haben wir schon viele Strände gesehen. Diesen Strand empfinden wir jedoch als einen der schönsten, den wir je gesehenen haben. Fidschi überrascht uns mit seinen Schätzen immer wieder von Neuem. Zum Glück haben wir uns entschieden, Fidschi zu besuchen. Immer wieder haben wir in der Vergangenheit Witze gemacht, dass Conny Stef Fidschi schuldig ist, da Stef vor über fünfzehn Jahren einen Tauchlehrerjob für ein Paar in Fidschi gesehen hat, welchen Conny damals ausschlug. Vielleicht gut so. Wir wären eventuell gekommen, um zu bleiben.
29.09.-02.10.2025 – Ab zum nächsten Paradies «Waya Island»
Zeitig lichten wir den Anker und geniessen einen weiteren herrlichen Segel-Tag. Das macht sogar Lust auf mehr Segeln. Zur Begrüssung in Waya Island kommen drei Delfine vorbei. Das kann ja nur gut werden. Nachdem wir den Anker gedroppt haben, geht Stef wie üblich mit Maske und Flosse ins Wasser, um den Anker zu tauchen. Plötzlich hat Conny nur noch 2m unter dem Kiel. Phu, wir sind gegen den Wind gedreht und definitiv zu nahe beim kleinen Riff. Das Risiko aufs Riff zu laufen und somit einen Teil eines jahrhundertealten Riffes zu zerstören, gehen wir lieber nicht ein. Wir lichten den Anker nochmals und suchen uns einen besseren Ort.
Dinghy ins Wasser und ab an Land. Die Wellen peitschen an den Strand. Wir müssen eine Welle im korrekten Winkel surfen, um sicher anzulanden. Die Resort Mitarbeiter sind uns sofort behilflich. Das Octopus-Resort ist den Seglern gegenüber sehr offen. Nachdem wir unsere Kreditkarte hinterlegt haben, dürfen wir uns in die Lounge-Sessel chillen und einen «Schirmli-Drink» schlürfen. Auch mal wieder schön, dieses Ferien-Feeling. Die Sicht von unserem Boot auf die Insel mit ihren wunderschönen steilen Hängen ist hingegen schöner, wie von der Bar aus. Wir saugen sämtliche Pagsinta-Momente enorm ein. Waya Island könnte in einem Katalog für Südsee-Ferien gedruckt sein. Optisch entspricht die Insel dem Südsee-Traum schlechthin. Unseren Tauchkompressor geniessen wir ein letzte Mal. In der Bucht hat es mehrere grossartige Tauchplätze. Wir tauchen an zwei verschiedenen Riffen und sehen auf unserem letzten Pagsinta-Tauchgang nochmals zwei Haie. Ein «Tauch-Hailight» als Abschluss.
Am letzten Abend lassen wir uns kulinarisch verwöhnen. Wir geniessen ein Abendessen im Resort. Für uns ist klar, dass wir vermutlich selten bis nie normale Ferien in einem Resort machen werden. Auch wenn wir dieses super feine Essen sehr geniessen, tauchen wir viel lieber ins reale Leben der Menschen ein. Nach dem Essen trinken wir eine Kokosnuss-Schale voll Kava mit den Musikern vom Resort. Nun haben wir auch Kava-Technisch alles erlebt. Privat mit den Bewohnern von Makogai, offiziell beim grossen Empfang und den Touristen-Stil. Auch hier war letzteres am wenigsten eindrucksvoll.
03.10.-06.10.2025 – Denarau, Viti Levu; unsere Endstation in Fidschi
Stef freut sich, als sich der Anker im Schlamm einbuddelt. Egal ob und wie der Wind drehen wird, wir sind hier fest verankert. Für uns geht es los mit den Endvorbereitungen. Der Käufer vom Tauchkompressor holt diesen wie vereinbart ab. Das Boot und wir sind bereits ein wenig leichter. Das Timing mit den potenziellen Käufern der Pagsinta passt leider definitiv nicht. Beide Parteien könnten erst später kommen. Wir hätten noch so gerne unsere Pagsinta privat übergeben. Handkehrum ist es vielleicht für uns einfacher, das Boot einem Makler auszuhändigen.
Wir bereiten uns auf den zweitletzten langen Schlag vor. Diesel wird getankt, Wassertanks gefüllt, Wäsche gewaschen und sämtliche Formalitäten für die Aus- und Einreise werden angegangen. Es gibt einiges zu tun. Das Rigg prüfen. Wie erwartet alles top. Dafür ist die Genua beim Achterliek (das hintere Ende vom Segel) an einer Stelle ziemlich lädiert. Stef bringt ein spezielles Klebeband für Segel an. Wir hoffen fest, dass das Segel uns nochmals 1'600 Meilen vorantreibt. Wir haben als Alternative weitere Vorsegel, welche wir notfalls anbringen könnten. Den Wind prüfen wir täglich bis nach Australien. Auch wenn wir uns entschieden haben, in Neukaledonien definitiv einen Stopp einzulegen. So können wir die Genua für knapp 700 Seemeilen testen und uns in Neukaledonien nochmals detailliert für Australien vorbereiten. Speziell mit Nahrungsmitteln müssen wir aufpassen. Durch den Stopp können wir die benötigen Nahrungsmittel für die letzte Fahrt sehr gut planen und falls nötig in Neukaledonien noch das ein oder andere verschenken. Ebenfalls werden wir das Boot bereits ein wenig räumen, da auch teils Holzsouvenirs, wie zum Beispiel unsere wunderschöne Ukulele von Französisch-Polynesien, ein Problem für die Bio-Security in Australien darstellen könnten. Die Abfahrt nach Neukaledonien planen wir zurzeit auf den 10. Oktober. Und noch einmal geht es auf den offenen Pazifik.